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Natur & Umwelt
Alleen

Hellbrunner Allee

Bild vergrößernHellbrunner Allee; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. R.Medicus

Hellbrunner Allee; Quelle: Stadtgemeinde Salzburg, Dr. R.Medicus

Bild vergrößernHellbrunner Allee, wertvolles Totholz; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Hellbrunner Allee, wertvolles Totholz; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Bild vergrößernHellbrunner Allee, Grünspecht; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Hellbrunner Allee, Grünspecht; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Johannes Killer

Der kulturgeschichtlich bedeutende geschützte Landschaftsteil Hellbrunner Allee samt dem zugehörigen Fürstenweg ist 9,9 ha groß und wurde 1986 unter Schutz gestellt.  
Die beiden Alleen sind weltweit die ältesten erhaltenen Alleen im eigentlichen Sinn (d.h. als aristokratische Schlossachse), sie sind kulturhistorisch von internationaler Bedeutung. Sie bilden naturschutzfachlich zudem den größten und wertvollsten Altholzbestand des Landes Salzburg.  
"Neben der Altstadt ist die Hellbrunner Allee mit ihrem im Großen und Ganzen noch intakten Bestand mächtiger alter Bäume, daran aufgereiht die einzigartige Kette von Schlössern und Schlösschen schlechterdings das Wertvollste, was Salzburg überhaupt besitzt“, stellt der Prof. Hans Sedlmayr treffend fest.  
Wenige Monate nach seiner Wahl im Jahr 1613 begannen Fürsterzbischof Markus Sittikus und sein Architekt Santino Solari durch Aus- und Umbau eines spätgotischen Landsitzes mit der Errichtung eines neuen Lustschlosses, dem Sittikus den Namen Hellbrunn gab. In den Jahren 1614 und 1615 wurden als Erweiterungen des Schlossgartens in die Landschaft hinaus die Hellbrunner Allee und der Fürstenweg angelegt.
Die Hellbrunner Allee folgt der Achse vom Wasserschloss Freisaal zum Wasserschloss Anif. Der Fürstenweg führt in der Schlossachse zur Salzach. Die Geradlinigkeit der herrschaftlichen Alleen, die auf Geländegegebenheiten keine Rücksicht nahm, dokumentiert dabei sichtbar den absoluten Machtanspruch des Herrschers.  
Der Erzbischof dokumentierte seinen umfassenden Herrschaftsanspruch auch durch die Anlage der Hellbrunner Allee. Genau 621 Bäume, bis zu 30 Meter hoch und teilweise älter als 150 Jahre, säumen den 2,5 Kilometer langen Weg, der Hellbrunn mit Schloss Freisaal verbindet. Linden, Eichen und Kastanien wechseln einander ab, intensiv betreut von den Baumspezialisten der Stadt:Gärten. Der Erzbischof suchte für die Hellbrunner Allee drei besonders typische Baumarten der nächsten Umgebung aus: die Schwarzpappel, die Stieleiche und die Rotbuche. Der Fürstenweg wurde ausschließlich mit herrschaftlichen Winterlinden bepflanzt.  
Typisch für die Hellbrunner Allee ist die hohe Zahl an höhlenbrütenden Vögeln in den Bäumen. Die Allee mit ihren zahlreichen mehrhundertjähriger Eichen und Linden zählt aber vor allem durch ihre seltenen Alt- und Totholzbewohner zu den wertvollsten Lebensräumen von Stadt und Land Salzburg. Ein umfassendes Schutzkonzept ist deshalb besonders wichtig. Viele Käferarten sind heute mitteleuropaweit sehr gefährde.
10 Käferarten haben landesweit in der Hellbrunner Allee ihr einziges bekanntes Vorkommen im Land Salzburg, weitere zehn besitzen nur einen weiteren Fundort.  

Es fehlen in der Allee zunehmend starke tote Äste an den Bäumen, wie sie für alte Bäume ohne Eingriffe des Menschen selbstverständlich wären. Zu hoffen ist, dass für die letzten Reste von Urwaldbewohnern noch eine Überlebenschance bleibt.

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Stand: 17.8.2017, Richilde Haybäck