Irma von Troll-Borostyáni

Nächste Preisverleihung: 2021

Troll-Borostyàni-Preis

Das Frauenbüro der Stadt Salzburg und die Stabsstelle für Chancengleichheit, Antidiskriminierung und Frauenförderung des Landes verleihen zum „Internationalen Frauentag“ seit 1996 die nach der ersten Salzburger Feministin Irma von Troll-Borostyàni benannte Auszeichnung: den Salzburger „Troll-Borostyàni-Preis“
Frauen, Frauenprojekte oder Einrichtungen werden ausgezeichnet, wenn sie sich für eine emanzipatorische Frauenpolitik einsetzen, Zivilcourage zeigen oder wissenschaftlich tätig sind.
Seit 2010 wurde der Preis nicht mehr jährlich verliehen, sondern in größeren Abständen von derzeit 3 Jahren.
Dadurch ist eine höhere Dotierung möglich.

Irma von Troll-Borostyani Vita

Schwarz-Weiss Portrait von Irma von Troll-Borostyani
Irma von Troll-Borostyani

Irma von Troll-Borostyàni wurde am 31. 3. 1847 im Haus Griesgasse 4 in Salzburg geboren und gilt bis heute als die erste Salzburger Frauenrechtlerin.
Das Leben der Familie Troll verlief im bürgerlichen Rahmen gehobenen Beamtentums.
Ihre Kindheit und Jugend verbrachte Irma Troll in Salzburg, wo sie geprägt durch die liberale und auf Selbständigkeit abzielende Erziehung ihrer Mutter aufwuchs. Mit 23 Jahren fasste Irma Troll den Entschluss, Salzburg zu verlassen und so der beengenden Moral des Kleinstadtlebens zu entkommen.
Sie „flüchtete“ nach Wien, wo sie 1879 durch ihr erstes Buch „Die Mission unserer Jahrhunderts. Eine Studie über Frauenfragen“ Protest, Aufsehen, aber auch Beifall erntete.
1882 kehrte die Feministin nach Salzburg zurück, heiratsbedingt war ihr Name nun Irma von Troll-Borostyáni. In der Kleinstadtidylle Salzburgs wurde sie als Provokation empfunden.
Einerseits sorgte ihre radikal-feministische Einstellung und ihr Engagement im „Salzburger Freidenkerverein“ für Widerstand, andererseits stieß man sich an Troll-Borostyànis äußerer Erscheinung.
Schon als junges Mädchen war sie als der „erste Bubikopf“ in Salzburg bekannt und auch nach ihrer Rückkehr aus Wien trug sie ihr Haar betont kurz.
Ihr Erscheinungsbild war maskulin – Masche, Hemd, Sakko – verstärkt durch die Tatsache, dass sie öffentlich Zigarren rauchte.
Am 10. Februar 1912 verstarb die 65-jährige Irma von Troll-Borostyàni an einem Gehirnschlag.