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#8 Mein Arbeitsplatz ist MEINE Zone

Obwohl es manchmal Tage gibt, an denen im Job einfach nichts gelingen will, überwiegt meistens doch der Spaß an der Arbeit. Einen Großteil dazu tragen vor allem die Menschen bei, mit denen man auf einer Wellenlänge ist. Man tauscht sich aus oder baut sich bei Problemen gegenseitig auf. Im Beruf ist Platz für Freundschaften, gemeinsame Mittagessen oder Afterwork-Drinks – auch viele Paare lernen sich in der Arbeit kennen. Ein No-Go sind jedoch sexistische Bemerkungen, anzügliche Gesten oder sexuelle Belästigung. 

Ab wann spricht man überhaupt von sexueller Belästigung?
Sexuelle Belästigung ist grundsätzlich etwas anderes, als ein freundliches Kompliment, eine nette Bemerkung auf Augenhöhe oder eine kollegiale Einladung.

Alle diese Dinge fühlen sich gut an. Belästigung fühlt sich nie gut an, denn sie zielt auf ein Machtverhältnis ab. Sie soll die belästigte Person kleiner machen, beleidigen, bloßstellen.

Manchmal kann ein anzüglicher Witz unangenehme Gefühle hervorrufen, manchmal ein starrender Blick. Sexuelle Belästigung ist ein eigener strafrechtlicher Tatbestand und darüber hinaus Bestandteil des Gleichbehandlungsrechts.

Verlassen Sie sich auf Ihr Gefühl. Wenn jemand mit Ihnen flirtet und Sie möchten zurück flirten – tun Sie es.

Beispiele für sexuelle Belästigung:

  • Poster von nackten Personen im Arbeitsbereich (auch am Computer)
  • Pornografische Bilder am Arbeitsplatz
  • Anstarren, taxierende Blicke
  • Anzügliche Witze, Hinterherpfeifen
  • Telefongespräche, E-Mails oder Nachrichten mit sexuellen Anspielungen oder Bildern
  • Versprechen von beruflichen Vorteilen bei sexuellem Entgegenkommen
  • Androhen von beruflichen Nachteilen bei sexueller Verweigerung
  • Vermeintlich „unauffällige“, absichtliche und gezielte körperliche Berührungen

Tipps
Egal, ob Sie selbst betroffen sind oder das Verhalten sexueller Belästigung bei anderen beobachten:

  • Eine rasche Reaktion ist leider nicht immer möglich. Die Belästigung kommt oft so überraschend, dass keine unmittelbare Reaktion gelingt. Auch später können Sie klarstellen, dass Sie ein bestimmtes Verhalten nicht tolerieren.
  • Bei jedem Vorfall: Schreiben Sie sich auf, wann wo was passiert ist. Bilder oder Nachrichten keinesfalls löschen.
  • Stellen Sie klar, dass Zudringlichkeiten unerwünscht sind. Wenn es sich um eine vorgesetzte Person handelt, gehen Sie eine Etage höher. Wenn es eine solche nicht gibt, melden Sie sich beim Betriebsrat oder bei der Arbeiterkammer.
  • Lachen Sie bei sexistischen Witzen nicht aus Höflichkeit mit und sagen Sie, warum.
  • Zeigt sich eine belästigende Person nach der direkten Ablehnung nicht einsichtig, wenden Sie sich an Ihre Vorgesetzten. Sie sind verpflichtet, der Angelegenheit auf den Grund zu gehen und diese, falls notwendig, zu stoppen.
  • Schränken Sie die eigene Bewegungsfreiheit im Betrieb nicht ein (aus dem Weg gehen, vermeiden). Nicht Sie tragen die Schuld an der Belästigung.
  • Für Führungskräfte: Signalisieren Sie vorab, dass Sexismus in Ihrem Team keinen Platz hat. Und dass es objektiv verpönte Handlungen gibt, die Sie in Ihrem Unternehmen nicht sehen oder hören wollen.

Als betroffene Person können Sie außerdem bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz eine Entschädigung einklagen. Der Anspruch besteht gegenüber der belästigenden Person. Wenn Ihre Vorgesetzten keine angemessene Abhilfe schaffen, kann auch ein Anspruch gegen das Unternehmen bestehen. 

Weitere Informationen, Rat und Hilfe:

  • Für Betroffene aus der Privatwirtschaft: Gleichbehandlungsanwaltschaft: 0800 206 119 oder Kammer für Arbeiter und Angestellte für Salzburg: 0662 8687-0
  • Für Bedienstete der Stadt Salzburg: Gleichbehandlungsbeauftragte der Stadt Salzburg: 0662 8072-2044
  • Für Bedienstete des Landes Salzburg: Referat für Frauen, Diversität, Chancengleichheit: 0662 8042-4042
  • Helpline Sexuelle Belästigung: 0664 88 38 69 32
  • Frauennotruf Salzburg: 0662 88 11 00

Noch Fragen?

Stand: 28.2.2019, Richilde Haybäck