StoP - Stadtteile ohne Partnergewalt

StoP© ist ein urheberrechtlich geschütztes Konzept, entwickelt von Prof. Dr. S. Stövesand an der HAW Hamburg.

Gewalt gegen Frauen geht in den meisten Fällen vom eigenen Partner aus und findet daher in den eigenen vier Wänden statt. Vieles bekommen die unmittelbaren Nachbar:innen oft unfreiwillig mit. Das Projekt „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ setzt genau dort an: Es soll Nachbar:innen ermutigen, hinzusehen, wenn sie Gewalt wahrnehmen und dementsprechend zu handeln. Denn Gewalt ist keine Privatsache!

Stadt Salzburg eine der ersten „StoP-Kommunen“
Nach Wien/Margareten wird die Stadt Salzburg mit dem Stadtteil Lehen das Konzept federführend als eine der ersten Kommunen in Österreich zur Umsetzung bringen. 

So funktioniert StoP
Das Handlungskonzept für „StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt“ nach Dr. Sabine Stövesand wird im Rahmen einer Fortbildung vermittelt, über die zugleich der Zugang zu entsprechenden unterstützenden Materialien (z.B. für die Öffentlichkeitsarbeit) eröffnet wird.

Es umfasst die folgenden acht konkreten Handlungsschritte:

  1. Eine Stadtteileinrichtung fällt die Entscheidung, das Thema aufzugreifen und Personal, Räumlichkeiten, Finanzmittel dafür zur Verfügung zu stellen
  2. Das Gemeinwesen wird in seinen unterschiedlichen Dimensionen erkundet und gleichzeitig aktiviert: Sozialraumanalyse, Netzwerkanalyse etc.
  3. Nachbarschaftliche Aktionsgruppen werden aufgebaut
  4. Der Aufbau von nachbarschaftlichen Netzwerken und die Veränderungsarbeit an kulturellen Leitvorstellungen, Identitätsbegriffen und Kriterien der Bewohner:innen im Gemeinwesen wird verbreitert.
  5. Initiierung bzw. Ausbau von Vernetzung und Kooperationen auf Stadtteilebene: Aufbau von Stadtteilarbeitskreisen, Ressourcenbündelung, gegenseitige Qualifizierung
  6. Individuelle Unterstützung und personenzentrierte Netzwerkarbeit werden angeboten
  7. Etablierung einer kontinuierlichen, kleinteiligen Beziehungs- und Organisierungsarbeit
  8. Politische Bündnisse werden entwickelt und politische Forderungen durchgesetzt, Strategieentwicklung und Anwendung gezielter Taktiken, politische Netzwerkarbeit

Was Nachbar:innen tun können

  • Grundsätzlich: Nicht erst in Akut-Situationen eingreifen, sondern schon früher
  • In einer akuten Situation die Polizei unter 133 anrufen
  • Bei Verdacht auf Gewalt, betroffene Frauen und Kinder im Haus, auf dem Gang, oder im Garten direkt ansprechen
  • Bei Lärm aus der Nachbarwohnung einfach anläuten und nach Zucker oder Milch fragen
  • Bei der Frauenhelpline 0800 222 555 anrufen und sich bei Verdacht auf Gewalt beraten lassen
  • Sich über StoP informieren und mitarbeiten