Reallabor Nußdorferstraße: Markierungen erhöhen Überholabstände

12.02.2026
Zeigen Wirkung: die neuen Bodenmarkierungen in der Nußdorferstraße haben die Überholabstände erhöht.

Im Reallabor Nußdorferstraße wurden im zweiten Halbjahr 2025 zwei neue Bodenmarkierungen getestet, um die Sicherheit für Radfahrer:innen zu erhöhen. Die wissenschaftliche Auswertung zeigt: Autofahrer:innen halten beim Überholen messbar mehr Abstand, zudem fühlen sich viele Radfahrer:innen sicherer.

Getestet wurden zwei Varianten auf zwei Abschnitten:

  • Breite Mehrzweckstreifen (2 Meter) mit enger Kernfahrbahn (Bräuhausstraße bis Kreisverkehr Moosstraße)
  • Große Radpiktogramme mit Sharrows (Kreisverkehr Moosstraße bis Leopoldskronstraße)
  • Die Messfahrten fanden in zwei Phasen im Juni sowie September/Oktober 2025 statt. Nach Rückmeldungen aus Phase 1 wurden für Phase 2 zusätzliche Hinweisschilder zum richtigen Überholen ergänzt.

Insgesamt wurden 356 Überholvorgänge erfasst. In Phase 2 lag der Median-Überholabstand bei:

  • 1,12 Meter im Abschnitt mit breiten Mehrzweckstreifen
  • 1,05 Meter im Abschnitt mit Piktogrammen und Sharrows

Damit steigt der Abstand in beiden Varianten, bleibt aber bei Überholgeschwindigkeiten über 30 km/h weiterhin unter den vorgeschriebenen 1,50 Metern. Ein wichtiger Einflussfaktor ist der Gegenverkehr – positiv ist, dass ein Teil der Kfz den Überholvorgang nachweislich verzögert, bis ein sicheres Überholen möglich ist.
Zusätzlich trägt die im Reallabor eingeführte Tempo-30-Beschränkung zur Verkehrssicherheit bei.

Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl betont: „Die Ergebnisse des Reallabors zeigen deutlich, dass unsere Maßnahmen wirken: Autofahrer:innen halten mehr Abstand, Radfahrende fühlen sich sicherer, und gefährliche Überholmanöver treten seltener auf. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Nußdorferstraße und andere Straßen bald noch sicherer für alle Verkehrsteilnehmer:innen zu machen.“

Auch das Feedback bestätigt die Tendenz: 442 Personen gaben Rückmeldungen. 60 % der Radfahrer:innen fühlen sich bei breiten Mehrzweckstreifen sicherer, bei Piktogrammen und Sharrows sind es 53 %.

„Das wissenschaftlich begleitete Reallabor zeigt, dass klare Markierungen die Aufmerksamkeit erhöhen und zu größeren Überholabständen beitragen können. Auf dieser Basis identifizieren wir gezielt geeignete Stellen im Stadtgebiet und rollen diese Maßnahmen dort aus, wo bauliche Lösungen nicht möglich sind – mit dem klaren Ziel, den Radverkehr spürbar sicherer zu machen“, so Planungsstadträtin Anna Schiester. 

Nächste Schritte
Beide Varianten gelten als sinnvoll, die breiten Mehrzweckstreifen zeigen jedoch die höhere Wirksamkeit beim Überholabstand. Für die Nußdorferstraße wird empfohlen, künftig durchgehend breite Mehrzweckstreifen umzusetzen – Abschnitt 2 soll entsprechend adaptiert werden. Gleichzeitig sollen geeignete Stellen im Stadtgebiet identifiziert werden, um Maßnahmen auch dort umzusetzen, wo bauliche Lösungen nicht möglich sind.
Das Reallabor wurde vom Mobilitätslabor zukunftswege.at gemeinsam mit der Salzburg Research Forschungsgesellschaft und con.sens mobilitätsdesign im Auftrag von Stadt und Land Salzburg umgesetzt.

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