Liebesschlösser am Marko-Feingold-Steg: Schlösser werden teilweise entfernt
Jährliche Maßnahme schützt das Brüstungsnetz vor Überlastung
Andreas Thai, Schlosser beim städtischen Bauhof, entfernt mit seinem Team Liebesschlösser vom Brüstungsnetz. Ziel ist es, Risse und Löcher zu vermeiden und das Netz als Fallschutz zu erhalten.
Seit heute, Montag, 2. März 2026, sind die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs am Marko-Feingold-Steg im Einsatz, um vor allem große und schwere Liebesschlösser zu entfernen. Die Arbeiten dauern jedenfalls bis Mittwoch, 4. März 2026, an. Der Steg bleibt während der gesamten Aktion durchgehend passierbar.
Sicherheit für Passant:innen – Schutz für das Brüstungsnetz
Die Schlösser werden nicht entfernt, weil die Brücke selbst instabil wäre. Im Fokus steht vielmehr das Brüstungsnetz: Es dient als Fallschutz und muss intakt bleiben. Gerade dort, wo viele Schlösser angebracht werden, steigt die Belastung des Netzes deutlich – besonders in der Mitte des Stegs, wo verhältnismäßig viele Liebesschlösser hängen und das Netz derzeit am stärksten beansprucht ist.
Durch die Vielzahl – und vor allem durch das Gewicht großer Schlösser – steigt das Risiko, dass das Netz nachgibt oder beschädigt wird. Entstehen Löcher oder andere Beschädigungen, ist das nicht nur aus Sicht des Fallschutzes problematisch: Auch herunterhängende Schlösser oder ein beschädigtes Netz können dazu führen, dass Personen hängen bleiben oder sich verletzen. Die jährliche Entfernung ist daher eine vorbeugende Maßnahme, um das Sicherheitsniveau am stark frequentierten Steg aufrechtzuerhalten und einen größeren Eingriff zu vermeiden.
„Ein Riss im Netz wäre ein echtes Sicherheitsrisiko und würde einen aufwendigen, teuren Austausch nach sich ziehen. Außerdem wollen wir verhindern, dass durch Löcher gefährliche Situationen entstehen – etwa wenn Kinder so ein Loch als Steighilfe nutzen“, erklärt Herbert Seebauer, Leiter des städtischen Bauhofs, die Maßnahme.
Ein kompletter Austausch des Brüstungsnetzes wäre aufwendig und kostspielig und könnte außerdem mit einer vorübergehenden Sperre verbunden sein. Mit der regelmäßigen Entlastung wird die Lebensdauer des Netzes verlängert und die Sicherheit für alle, die den Steg täglich nutzen, gewährleistet.
Ablauf der Arbeiten
Gearbeitet wird tagsüber, dabei sind jeweils 5 bis 6 Mitarbeiter im Einsatz. Zum Entfernen kommen – je nach Schloss – unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz: Bolzenschneider für kleinere Schlösser und Winkelschleifer für größere bzw. besonders stabile Schlösser. „Wir nehmen Schlösser nach Augenmaß herunter: Der Schmuck bleibt sichtbar – aber die Belastung für das Netz wird reduziert“, stellt Herbert Seebauer klar, dass nicht alle Schlösser entfernt werden. „Diese Aktion richtet sich nicht gegen Liebesschlösser – sie ist eine Sicherheitsmaßnahme.“
Im jeweiligen Arbeitsbereich wird halbseitig mit Scherengittern abgesperrt. Dadurch entsteht vorübergehend eine Engstelle, der Marko-Feingold-Steg bleibt aber stets begehbar. Damit die Arbeiten sicher und zügig ablaufen können, wird gebeten, den Arbeitsbereich rasch zu passieren und Abstand zur Arbeitsstelle zu halten.
Mengen wie in den Vorjahren
Die Stadt rechnet auch heuer wieder mit Mengen in einer ähnlichen Größenordnung wie in den Vorjahren: Insgesamt werden jährlich rund 1,5 Tonnen Liebesschlösser entfernt. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem große und schwere Schlösser, weil sie das Brüstungsnetz besonders stark belasten.
Was passiert mit den entfernten Schlössern?
Die entfernten Liebesschlösser werden von der Stadt Salzburg für ein Jahr aufbewahrt. Paare, die ihr entferntes Schloss wieder abholen möchten, können sich beim städtischen Bauhof melden. Aufgrund der großen Anzahl der Schlösser ist das Wiederfinden des eigenen Schlosses allerdings eher unwahrscheinlich. Nach Ablauf eines Jahres werden die Schlösser dem Recyclinghof übergeben.
Tobias Neugebauer