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#3 Trollen, Hatern und Co. im Netz den Kampf ansagen

Bild vergrößernFrau im www unterwegs; Quelle: Fotolia

Frau im www unterwegs; Quelle: Fotolia

Wie im echten Leben wird auch in digitalen Netzwerken hitzig über Politik und Weltanschauung diskutiert. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Manche Nutzer verletzen jedoch bewusst oder unbewusst die Grenzen der Gesprächskultur. Statt zu argumentieren, greifen sie zu verbaler Gewalt. Nicht nur Facebook-Beiträge sind voll von Beleidigungen gegen Andersdenkende. Auch in Foren und Chatrooms wird oft auf tiefstem Niveau „diskutiert“. Die scheinbare Anonymität des Netzes senkt dabei die Hemmschwelle mancher User zusätzlich. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Hasspostings und Cybermobbing erkennen und was Sie dagegen tun können.

Was kann ich gegen Hasspostings unternehmen?
Hater sind „digitale Pessimisten“, die sich hinter anonymen Profilen verstecken. Dadurch fällt es ihnen leichter, Unterhaltungen zwischen anderen Usern zu stören. Meist veröffentlichen sie selbst keine Beiträge, sondern schießen sich auf die Postings anderer User ein. Dabei kommentieren sie niemals neutral oder positiv, schließlich geht es ihnen nicht um Argumente, sondern darum, das Gegenüber herabzuwürdigen. Bevorzugtes Ziel der Hater sind Minderheiten, Frauen, oder gesellschaftliche Randgruppen.

Wenn Sie Zeuge von Hasspostings werden oder sogar selbst davon betroffen sind, atmen Sie tief durch und behalten Sie einen kühlen Kopf. Rufen Sie sich vor Augen: Sie können eine Diskussion mit dem Hater nicht gewinnen, weil es Ihrem Gegenüber nur darum geht, Sie zu demütigen. In den meisten Fällen ist es deshalb sinnvoll, dem Hater die Aufmerksamkeit zu entziehen. In vielen sozialen Netzwerken können Sie den Hater blockieren, so dass er Sie und Ihr Umfeld nicht weiter belästigen kann. Wenn das nichts nützt, wenden Sie sich an die Administratoren der Seite und melden Sie die Kommentare. Wie eine Meldung oder Sperre funktioniert, steht in den Leitfäden der sozialen Netzwerke.

Leider lässt sich eine Konfrontation mit Hatern nicht immer vermeiden. Zum Beispiel, weil Sie beruflich eine Facebook-Seite betreiben oder weil Sie im Auftrag einer Organisation handeln. Denken Sie im Umgang mit Hasspostings an folgende Tipps:

  • Dokumentieren Sie den gesamten Gesprächsverlauf durch Screenshots und legen Sie diese ab.
  • Zeigen Sie die Hassrede klar auf und benennen Sie diese zum Beispiel folgendermaßen: „Das ist rassistisch/frauenfeindlich.“, etc.
  • Fordern Sie Ihr Gegenüber klar auf, das Verhalten zu unterlassen.
  • Sollten andere User in die Enge getrieben werden, unterstützen Sie diese.
  • Beziehen Sie Administratoren der Seite in das Gespräch ein und fordern Sie diese auf, auf Gesprächskultur zu achten.

 

Eskaliert die Situation, seien Sie sich bewusst, dass sich User strafbar machen, die im Internet zu Gewalt oder Hass gegen Personen aufrufen, aufgrund deren:

  • Religion
  • Nationalität
  • ethnischer Zugehörigkeit
  • Weltanschauung
  • sexueller Orientierung oder
  • Hautfarbe

Voraussetzung ist jedoch, dass die hetzerischen Botschaften öffentlich getätigt wurden.

Cybermobbing ist Mobbing im virtuellen Raum. Dabei wird eine Person absichtlich und über eine längere Zeit immer wieder über digitale Medien schikaniert. Das kann über soziale Dienste, wie Facebook, Instagram oder Whatsapp passieren, aber auch auf herkömmlichen Websites, in Foren oder via SMS.
Die Täter sind dem Opfer oft bekannt, zum Beispiel aus der Schule, dem Arbeitsumfeld, oder dem Sportverein.
Die Institution „Bündnis gegen Cybermobbing“ fand im Rahmen einer Umfrage heraus, dass rund jeder achte Befragte zwischen 10 und 21 Jahren schon Opfer von gezielten Attacken über das Internet war. Frauen sind davon öfter betroffen als Männer.

Cybermobbing kann von Beleidigungen und Bedrohungen, über Erpressung bis zum Verbreiten von Lügen reichen. Auch hier nutzen Internet-Mobber oft die Anonymität im Netz aus. Besonders problematisch ist die Tatsache, dass Cybermobbing rund um die Uhr stattfinden kann und dem Opfer keine Rückzugsmöglichkeit bleibt.

Was kann ich gegen Cybermobbing unternehmen?
Die wichtigste Regel ist, niemals auf Nachrichten oder Kommentare zu antworten, die Sie ärgern oder bedrohen. Dokumentieren Sie jede Aktion des Gegenübers durch Screenshots und legen Sie diese ab.

  • Anstatt alle Hass-Nachrichten zu lesen, verschieben Sie diese einfach ungelesen in ein gesondertes Postfach. Sie sind ein guter Beweis dafür, dass Sie belästigt wurden und helfen, wenn Sie diese melden möchten.
  • Lassen Sie die Absender sperren. In fast jedem sozialen Netzwerk können unerwünschte Personen blockiert werden.
  • Wenn das Problem auf die Psyche schlägt, reden Sie mit einer Vertrauensperson darüber oder wenden Sie sich an Beratungs- und Informationsstellen. Hilfe gibt es in Salzburg beispielsweise bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija): www.kija-sbg.at
  • Seit 1.1.2016 ist Cybermobbing ein eigener Strafbestand im Strafgesetzbuch. Wird die Lebensführung des Opfers unzumutbar beeinträchtigt und wird Cybermobbing öffentlich betrieben, können Täter mit einer Freiheitsstrafe oder mit einer hohen Geldstrafe bestraft werden.

Noch Fragen?

Stand: 11.12.2018, Richilde Haybäck