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#4 Cyber-Stalking und Sexting? Nicht mit mir!

Whatsapp, Facebook-Messenger und andere Instant-Text-Services sind fester Bestandteil unserer täglichen Kommunikation. Egal, ob man sich die Einkaufsliste oder Fotos der eigenen Kinder hin- und herschickt: Was einmal den Weg ins Internet gefunden hat, bleibt dort meist für immer auffindbar. Das scheint bei Urlaubsbildern und Haustier-Fotos unproblematisch. Doch sogar diese harmlosen Aufnahmen können missbraucht werden, wenn sie ohne die Erlaubnis der Urheber oder der abgelichteten Personen im Netz herumgeistern. Noch viel heikler sind Nacktaufnahmen oder intime Bilddaten. Diese werden nicht selten zum Druckmittel. Auch Stalker können die Reichweite des Internets nutzen, um ihre Opfer unter Druck zu setzen.   

Ein Foto, viele Risiken: Nacktfotos im Netz  
Sexting, Posing, Grooming. Internettrends werden immer skurriler. Beim Sexting, einer Zusammensetzung aus „Sex“ und „Texting“, werden erotische Fotos und Nachrichten versendet. Meist gehen die Bilder an Freunde oder Bekannte, aber manchmal landen sie auch in sozialen Netzwerken und verbreiten sich von dort an ein großes und vor allem unkontrollierbares Publikum. Sie können auch Jahre später wieder auftauchen und beruflichen Karrieren und Beziehungen massiv schaden. Oft werden Nacktaufnahmen auch aus Rache verbreitet, wenn Beziehungen oder Freundschaften in die Brüche gehen.

Tipps, um Erpressung durch Nacktfotos zu vermeiden:

  • Versenden Sie niemals Nacktfotos, nur weil Ihr Gegenüber Sie dazu auffordert. Auch wenn Sie frisch verliebt sind oder Ihr Gegenüber Sie unter Druck setzt.
  • Sichern Sie intime Fotos nicht im Internet oder auf einem Cloud-Speicherdienst
  • Denken Sie bitte stets daran, dass zuordenbare Nacktfotos auch Jahre oder Jahrzehnte später gegen Sie verwendet werden können.
  • Sorgen Sie dafür, dass man auf Nacktfotos niemals Ihr Gesicht sieht.

 

Tipps, wenn Nacktaufnahmen von Ihnen im Umlauf sind:
Ist ein Nacktfoto einmal im Internet gelandet, kann es nur sehr schwer wieder entfernt werden – einen Versuch ist es dennoch wert. 

  • Kontaktieren Sie alle Personen, die Ihre Fotos veröffentlicht haben. Wenn Sie unter 18 sind: Machen Sie ihnen klar, dass der Besitz und die Weiterverbreitung dieser Fotos unter strafbare Kinderpornographie fallen. Fordern Sie die Nutzer auf, die Bilder wieder zu lo¨schen.
  • Sie können gegebenenfalls weitere rechtliche Schritte setzen, weil hier das sogenannte „Recht am eigenen Bild“ verletzt wird.
  • In den meisten sozialen Netzwerken können die Fotos und die beteiligten Personen gemeldet und zur Löschung aufgefordert werden.

 

Cyber-Stalking
Unter Stalking versteht man das Verhalten eines Menschen, der einen anderen massiv und dauerhaft unter psychischen Druck setzt. Im schlimmsten Fall führt es dazu, dass dem Opfer aufgelauert, es unerwünscht kontaktiert oder sogar verfolgt wird. Beim „Cyber-Stalking“ nutzen Täter die Kommunikationsmechanismen des Internets, um ihr Opfer psychisch unter Druck zu setzen. Hier kann ein breiter Adressatenkreis erreicht werden, wodurch der psychische Druck auf das Opfer weiter wächst.

Cyber-Stalking kann in unterschiedlichen Formen auftreten:

  • Veröffentlichung intimer Details (Sexualleben, finanzielle Situation, Arbeitsleben, persönliche Eigenschaften) über das Opfer
  • Veröffentlichung und Verbreitung privater Fotos („Nacktbilder“) des Opfers
  • Permanente Kontaktierung und Belästigung des Opfers

 

Tipps gegen Cyber-Stalking

  • Das Wichtigste: Nicht einschüchtern lassen!
  • Dokumentation ist alles: Machen Sie Screenshots von allen Stalking-Angriffen und versuchten Kontaktaufnahmen und speichern Sie diese chronologisch ab.
  • Antworten Sie dem Täter niemals und kündigen Sie keine nächsten Schritte an.
  • Erneuern Sie alle Passwo¨rter.
  • Legen Sie einen neuen Mail-Account an. Nutzen Sie den alten Account nicht mehr.
  • Sperren Sie die Telefonnummer des Täters am eigenen Smartphone.

Seit 1. Juli 2006 ist in Österreich das "Anti-Stalkinggesetz" in Kraft. Mit diesem wurde der § 107a "Beharrliche Verfolgung" in das österreichische Strafgesetzbuch (StGB) aufgenommen. Er stellt diverse Stalking-Handlungen unter Strafe.

In Salzburg gibt es Hilfe und Beratung im Gewaltschutzzentrum: http://www.gewaltschutzsalzburg.at/

Noch Fragen?

Stand: 4.12.2018, Richilde Haybäck