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#6 Hilfe trotz Sprachbarrieren und Sicherheitstipps für Migrantinnen

Bild vergrößernSicherheitstipps für Migrantinnen; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / J. Knoll

Sicherheitstipps für Migrantinnen; Quelle: Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / J. Knoll

Frauen mit Migrationshintergrund sind aus mehreren Gründen gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden. Die Familie ist für viele Migrantinnen der Lebensmittelpunkt und der Aufenthaltsstatus oft vom Ehemann abhängig. Einen gewalttätigen Partner anzuzeigen, fällt häufig schwer. Zudem bieten kopftuchtragende Frauen Angriffsfläche für Alltagsrassismus. Das Frauenbüro der Stadt Salzburg informiert betroffenen Frauen und gibt Tipps, um mit diesen Situationen besser umgehen zu können. Denn jede Frau und jedes Mädchen hat das Recht auf ein Leben frei von Gewalt.

Gewalt in der Familie
Laut Statistik ist etwa jede fünfte Frau über 15 Jahre von Gewalt betroffen. Opfer von Partnerschaftsgewalt sind zu 82 Prozent Frauen. Fast die Hälfte von ihnen hat in einem gemeinsamen Haushalt mit dem Tatverdächtigen gelebt. Gewalt in der eigenen Familie ist ein Straftatbestand und gewalttätige Partner sollten angezeigt werden. Vergewaltigung in der Ehe ist in Österreich ein eigener Straftatbestand, der von Betroffenen nicht hingenommen werden darf. Frauen und Mädchen haben IMMER das Recht „Nein“ zu sagen und ihre Grenzen klar aufzuzeigen. Das Gewaltschutzzentrum Salzburg kann dabei helfen, eine Gewalttat zu melden. Hilfe und Beratung zum Thema Anzeige gibt es außerdem beim Frauennotruf.

Gewaltschutzzentrum Salzburg
Paris-Lodron-Straße 3a/1, 5020 Salzburg
http://www.gewaltschutzzentrum.eu 

Frauennotruf: 0662 / 88 11 00

Ausnahmefälle für Gewaltopfer
Auch wenn der Aufenthaltsstatus des Gewaltopfers oft vom Gewalttäter abhängt, kann man sich wehren. Das geht mit einer einstweiligen Verfügung gegen den Täter. Damit diese in Kraft tritt, muss die Gewalttat bei der Polizei angezeigt werden. Das Gewaltschutzzentrum berät und begleitet Opfer von familiärer Gewalt dabei.

Eine weitere Möglichkeit für betroffene Migrantinnen und ihre Kinder ist ein Aufenthalt in einem Frauenhaus. Dort ist gewährleistet, dass Gewalttäter oder andere unerwünschte Personen keinen Zutritt haben.

Frauenhäuser
Frauenhäuser bieten einen geschützten Wohnraum für bedrohte oder misshandelte Frauen und ihre Kinder. Folgende Frauenhäuser bieten in und rund um Salzburg Hilfe:

  • Salzburg
    0662 45 84 58
  • Hallein
    06245 80 261
  • Pinzgau
    06582 74 30 21

Belästigung und Gewalt im Alltag
Kopftuchtragende muslimische Frauen sind oft Opfer von Alltagsrassismus. Belästigungen aufgrund von religiösen Symbolen sind in Österreich strafbar. Hilfe bietet der Verein VIELE.

Verein VIELE
Rainerstraße 27, 1. Stock
5020 Salzburg
0662 87 02 11

Zwangsheirat
Zwangsheirat ist in Österreich ein Verstoß gegen die Menschenrechte, verboten und strafbar. Sie befinden sich in einer Situation, die für Sie nicht in Ordnung ist? Holen Sie sich Hilfe bei Beratungsstellen und finden Sie gemeinsam eine Lösung.

Eine Notwohnung für von Zwangsheirat bedrohte oder betroffene Mädchen und jungen Frauen bietet der Verein „Orient Express“ in Wien.

Orient Express
Beratungs-, Bildungs- und Kulturinitiative für Frauen
Schönngasse 15-17 / Top 2
1020 Wien
01/728 97 25

Wenn die Gefahr besteht, im Ausland verheiratet zu werden:

  • Geben Sie einer Person, der Sie vertrauen, die Kontaktdaten des Urlaubsortes
  • Kopieren Sie Ihren Reisepass
  • Nehmen Sie ausreichend Geld mit
  • Besorgen Sie sich ein Prepaid-Handy mit Guthaben
  • Notieren Sie die Telefonnummer der jeweiligen Österreichischen Botschaft/des Konsulats

In Salzburg gibt es seit 2006 die „ARGE gegen Zwangsverheiratung“. Deren Mitglieder sind beispielsweise das Frauenhaus Salzburg, das Gewaltschutzzentrum Salzburg, der Verein Neustart oder das Referat für Frauen, Diversität und Chancengleichheit. Bei all diesen Stellen gibt es Hilfe und Beratung.

Sprachbarrieren einfach umgehen
Wenn Sie sprachlich ein Problem alleine nicht gut ausdrücken können, wenden Sie sich an den Verein VIELE. In der Beratungsstelle für Mädchen und Frauen gibt es Rechts-, Sozial- und Familienberatung in Türkisch, Serbisch, Kroatisch, Bosnisch, Englisch oder Deutsch.

Verein VIELE
Rainerstraße 27, 1. Stock
5020 Salzburg
0662 87 02 11

Noch Fragen?

Stand: 22.1.2019, Richilde Haybäck