Bgm. Preuner dirimiert im Senat wegen vollem Tierheim

Montag, 31.05.2021
Stadt will Machbarkeitsstudie für zweiten Standort in der Kröbenfeldstraße

Nur mit der zweiten Stimme („Dirimierung“) des Bürgermeisters Harald Preuner (ÖVP) gab es am Montag, 31. Mai 2021, eine Mehrheit von ÖVP und FPÖ im Stadtsenat für eine Machbarkeitsstudie zu einem weiteren Tierheim in der Kröbenfeldstraße beim Flughafen.

„Heute geht’s nur um das Verhandlungsmandat dafür. Das Land zeigt sich gesprächsbereit. Auch das Gut Aiderbichl ist dabei“, erklärte ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs als Berichterstatter. Bgm. Preuner betonte, man beabsichtige „keineswegs das bestehende Tierheim zu ruinieren“. Doch dessen Vergabepraxis entspreche nicht. Die Stadt fände dort seit geraumer Zeit keinen Platz mehr für beschlagnahmte und unterzubringende gefährliche Hunde. Von Seiten des Fachamtes hieß es, schon sechs längerfristige Pensions-Hunde und 22 später wieder abgeholte Fund-Hunde hätten 2020 die Kapazitäten überschritten.

Demgegenüber betonte Dieter Ehrengruber vom Gut Aiderbichl, dass seine Einrichtung 139 Hunde im Jahr 2020 vermittelt habe. Die Rücklaufquote hätte nur fünf Prozent betragen. Es habe 900.000 Anfragen nach Hunden und Katzen gegeben. Man sei eben auch auf SocialMedia sehr aktiv. Aktuell befänden sich rund 100 Hunde auf Gut Aiderbichl. Acht davon – weil aggressiv – bei einem Hundetrainer. 35 seien alt, blind oder krank und daher im Gnadenhof gut aufgehoben.

Bürgermeister Preuner will nun kommende Woche alle Beteiligten an einem neuen Tierheim in der Kröbenfeldstraße 50 (Gut Aiderbichl, Stadt, Land, „Verein für Deutsche Schäferhunde“, Fachämter) zu einem Termin für eine gemeinsame Lösung einladen. Eine Erweiterung des bestehenden Tierheims, wie von der SPÖ gefordert, lehnt er wegen dessen Vergabepraxis ab („die wird damit nicht besser werden!“). Mehrfache intensive Gespräche mit den Betreibern hätten keine Ergebnisse gebracht.

Mit dem Fahrradterminal beim Nelböckviadukt ging die ÖVP „auf Klub“. Die 15 übrigen Tagesordnungspunkte wurden einstimmig oder mit breiter Mehrheit beschlossen.

Karl Schupfer