Kulturfondspreise 2022: Kunst und Forschung im Rampenlicht

Sonntag, 04.12.2022
Fest zur Verleihung der Kulturfondspreise 2022 im Solitär der Universität Mozarteum
Kulturpreis der Stadt Salzburg, Kulturfond, Salzburg, 20221203, (c) wildbild

Die Sitzplätze im Solitär der Universität Mozarteum waren praktisch bis auf den letzten Platz gefüllt, der Feier-Abend wieder kurzweilig und spannend: Am Freitag, 2. Dezember 2022, überreichte Vizebürgermeister Bernhard Auinger die Kulturfondspreise der Stadt Salzburg für außergewöhnliche Leistungen auf den Gebieten der Kunst und Wissenschaft.

„Die Freude ist groß, dass wir nach den Pandemiejahren die Preise des Kulturfonds heuer endlich wieder im Rahmen eines Festabends überreichen können.“, betonte der Kulturressortchef. „Gemeinschaftliche Erlebnisse braucht es gerade jetzt mehr denn je. Und mit gutem Grund hat das Kuratorium den Schwerpunkt beim Hauptpreis für Kunst und Kultur diesmal den Schwerpunkt auf Jugendkultur bzw. Jugendkunst gelegt. Mein Dank und herzliche Glückwünsche an alle heute Ausgezeichneten – sie alle prägen und gestalten die Kultur- und Wissensstadt Salzburg beispielhaft mit.“

Dagmar Aigner, Leiterin der Abteilung 2 – Kultur, Bildung & Wissen und Geschäftsführerin des Kulturfonds, verwies in ihrer Eröffnungsrede zunächst auf Karl Valentin und sein berühmtes Zitat: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“. Diese Arbeit mit ausdauernder Energie und Kreativität, schöpferischem Wollen und Neugier zu leisten, das zeichne auch 2022 alle Preisträgerinnen und Preisträger aus. Kunst und Forschung in ihren vielfältigen Formen seien notwendig und wesentlich für jede Gesellschaft. Denn klar sei: „Kunst ist nie nebensächlich, Wissenschaft ist nie nebensächlich“.

Das – auch altermäßig – bunt gemischte Publikum spendete ausgiebigen Beifall und konnte die Ausgezeichneten und ihre Werke wieder in pointierten Videoportraits von Schaller08 kennenlernen. Für wunderbare musikalische Umrahmung des Festabends sorgten der virtuose 15-jährige Flötist Fabian Egger - Studierender am Leopold Mozart Institut für Begabungsförderung an der Uni Mozarteum – begleitet von Livia Hollo am Flügel, und das Streichquartett des FSOA Female Symphonic Orchestra Austria. Den gemeinsamen Ausklang mit Stärkung am Buffet nutzten Gäste und Preisträger:innen für angeregten Austausch.

Preisträgerinnen und Preisträger 2022

In der Sparte Kunst und Kultur, in diesem Jahr mit Fokus auf Jugendkultur und Jugendkunst, vergab die Jury den Internationalen Hauptpreis an Cornelia Böhnisch und Katharina Schrott (Dotierung 12.000 Euro). Sie leiten seit 2018 gemeinsam das Toihaus Theater und prägen mit ihrer sinnlichen künstlerischen Handschrift das Kinder- und Jugendtheater in der Salzburger sowie in der internationalen Kulturlandschaft.

Mit dem Salzburgpreis (Dotierung 10.000 Euro) wurde Robert Pienz geehrt. Unter seiner Leitung hat sich das Schauspielhaus Salzburg seit 20 Jahren zum größten freien Theater Österreichs und wichtigem Knotenpunkt in österreichischen und europäischen Theaternetzwerken entwickelt. Die mit dem Salzburgpreis verbunden Förderpatenschaft (Dotierung 4.000 Euro) widmet Robert Pienz zu gleichen Teilen den jungen Theaterschaffenden Daniela Meschtscherjakov und Benjamin Blaikner.

Der Förderpreis für Kunst und Kultur (dotiert mit 6.000 Euro) ging an die Musikerin und Dirigentin Silvia Spinnato, Gründerin und Leiterin des Female Symphonic Orchestra Austria – FSOA. Mit ihrem rein weiblichen Orchester widmet sie sich erfolgreich der Wiederentdeckung und Aufführung von Werken aus der Feder von Komponistinnen der Klassik und Romantik.

Die bildende Künstlerin Gertrud Fischbacher und der Multimedia-Experte Marius Schebella erhielten den Förderpreis für Wissenschaft und Forschung (Dotierung 6.000 Euro). Seit 2019 untersuchen sie als Kollektiv die Verbindung von Textil und Sound und erkunden darin neue Ausdrucksmöglichkeiten, die in Ausstellungen, Performances und Installationen zum Erleben und Erfahren einladen.

Der Förderpreis für ein Kinder- und Jugendprojekt wurde für das Projekt „Klima-Zeitreise“ der Montessori Volksschule Nonntal vergeben (Dotierung 6.000 Euro). Angelika Wimmer-Schaffer und die Kinder ihrer 4. Klasse (Jahrgang 21/22) entwickelten gemeinsam mit Regisseurin Caroline Richards und Perkussionist Robert Kainar ein eigenes Musiktheater, das zum Schulschluss im Juli 2022 zur Aufführung kam.

Broschüre Kulturfondspreise 2022

Cay Bubendorfer