Frauen in der Musik – 150 Interessierte vor Ort und Hunderte online

Drei Tage Schwerpunkt-Programm zum Equal Pay Day
Donnerstag, 22.10.2020

Frauen sind in der Musik noch immer unterrepräsentiert. Sie kämpfen mit geringeren Gagen, bekommen seltener Auftrittsmöglichkeiten und sind mit Sexismus und Abwertungen konfrontiert. Zum Equal Pay Day 2020 und im 100sten Jahr der Salzburger Festspiele setzte das Frauenbüro der Stadt Salzburg ein kraftvolles Zeichen dagegen.

Stadträtin Anja Hagenauer, selbst eine große Popmusik-Freundin: „Frauen in der Klassik sind zwar als Sängerinnen oder Schauspielerinnen präsent, viel zu wenig jedoch in entscheidenden Positionen: Am Dirigierpult, als Regisseurinnen oder Produzentinnen. Wir zeigten heuer eindrucksvoll, dass es viele gibt. Dass keine Frauen zu finden seien für diese Positionen ist eine Ausrede und zieht nicht mehr.“

Konzertgenuss live und online
Das Publikumsinteresse war riesig, die je circa 50 Plätze vor Ort waren sofort ausgebucht, die Wartelisten lang. Die hochwertigen Live-Streams nutzten mehrere hundert Interessierte in Salzburg und in aller Welt. Drei Tage lang standen Komponistinnen und ihr Werk im Fokus. Den fulminanten Abschluss spielte das FSOA – Female Symphonic Orchestra Austria mit Gründerin und Dirigentin Silvia Spinnato.

Das Publikum honorierte die Auftritte mit großem Applaus. „Ich war beeindruckt und auch gerührt, so viele Interessierte haben alle Corona-Auflagen vorbildlich befolgt und alles auf sich genommen, um Musik von Frauen zu genießen. Dass wir außerdem so hochwertige Live-Streams bieten konnten, macht mich stolz auf das tolle Team“, sagt Alexandra Schmidt, Frauenbeauftragte im Team Vielfalt der Stadt Salzburg.

Festspielpräsidentin zeigt sich begeistert
Im Solokonzert im Marmorsaal am Montag begeisterte Pianistin Kyra Steckeweh auch Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, sie betonte in ihrer Begrüßung, dass sie vor allem Mutmacherin sein möchte, für Frauen als Kunstschaffende.

Am Dienstag zeigte der Film „Komponistinnen“ die Biografien von vier genialen Frauen: Emilie Mayer, Fanny Hensel, Lili Boulanger und Mel Bonis. Die musikalische Spurensuche von Kyra Steckeweh und Tim van Beveren ist im Handel als DVD erhältlich, ebenso zwei CDs, auf denen Kyra Steckeweh die Musik eingespielt hat.

Christine Schrattenecker