Gleichstellungsbericht: neu

Geschlechtergerechtigkeit: Wie kann sie gemessen werden?

Der Städtebund-AK-Gleichstellungsindex zeigt den Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in Gemeinden im Vergleich. Er betrachtet neun Themenbereiche mit insgesamt 23 Kennzahlen und zeichnet so ein umfassendes Bild der Lebensrealitäten in den 2.092 österreichischen Gemeinden und 23 Wiener Gemeindebezirken. Die Stadt Salzburg erreicht dabei 73 Punkte. Damit liegt die Stadt deutlich über dem Durchschnitt aller Gemeinden (49 Punkte) und zählt zum obersten Prozent. Genau genommen schneiden nur drei Gemeinden – Eisenstadt (76 Punkte), Graz und Linz (je 75 Punkte) – außerhalb Wiens und 19 Wiener Gemeindebezirke besser ab.

Der Städtebund-AK-Gleichstellungsindex ist mehr als eine Rangliste. Er hilft Gemeinden, Unterschiede und Benachteiligungen sichtbar zu machen – zum Beispiel bei Arbeit, Einkommen, politischer Mitwirkung oder unbezahlter Carearbeit. Gemeinden können diese Daten nutzen, um Maßnahmen gezielt zu planen und Entscheidungen auf eine solide Grundlage zu stellen.

Geschlecht und weitere Dimensionen

Viele Gemeinden in Österreich stehen vor ähnlichen Aufgaben: Die Bevölkerung wird älter, die Gesellschaft vielfältiger, und die finanziellen Spielräume sind begrenzt. Der Salzburger Gleichstellungsbericht hilft, mittels Daten diese Entwicklungen besser zu verstehen.

„Wir beziehen daher über das Geschlecht hinaus vor allem Alter und Herkunft in die Auswertung mit ein. Denn Benachteiligungen wirken oft zusammen“, sagt Stadträtin Andrea Brandner.

Dass Salzburg trotz der guten Platzierung einen Gleichstellungsbericht erstellt, macht deutlich: Gute Ergebnisse bedeuten nicht Stillstand. „Es ist uns bewusst, dass auch Handlungsbedarf besteht – etwa bei Teilzeitarbeit, der Situation von Alleinerziehenden oder der Aufteilung unbezahlter Arbeit“, so Andrea Brander weiter.

Work in Progress

Die Stadt Salzburg entwickelt den Gleichstellungsbericht als laufenden Prozess. Bis zum Frauentag 2026 werten die Stadtstatistik und die Frauenbeauftragte gemeinsam Daten der Statistik Austria aus. Neun Themenbereiche stehen im Fokus, darunter Bildung, Demografie und Erwerbsarbeit. „Über das Online-Tool „ViennaViz“ stellt die Stadt die Ergebnisse öffentlich zur Verfügung und lädt zur Diskussion ein“, erklärt Frauenbeauftragte Alexandra Schmidt.

Besonders an dem Salzburger Gleichstellungsbericht ist nicht nur die digitale Darstellung, sondern der neue Zugang: Die Stadt stellt eine verlässliche Datengrundlage bereit und fordert dann dazu auf, gemeinsam weiterzudenken. Der Bericht gibt erste Antworten, dann steht die Frage im Mittelpunkt: Was wollen wir noch wissen?

Interessierte setzen eigene Schwerpunkte

Nach der Präsentation im März lädt die Stadt Salzburg dazu ein, eigene Interessen einzubringen. Studierende können die Daten für Abschlussarbeiten nutzen, Forschungseinrichtungen für Projekte. Auch neue Anwendungen oder Projekte lassen sich auf dieser Grundlage entwickeln.

Dynamische Darstellung statt abgeschlossenem Bericht

Die Stadt Salzburg öffnet den Datenbestand für unterschiedliche Nutzer:innen. Verwaltung, Politik, Wissenschaft, Studierende und interessierte Personen setzen eigene Schwerpunkte und entwickeln neue Fragestellungen – und identifizieren Datenlücken.

Das Visualisierungstool „ViennaViz“ bietet dafür flexible Einstellungsmöglichkeiten. Nutzer:innen können Daten vergleichen, filtern und eigene Schwerpunkte setzen – und so selbst erkennen, wo Unterschiede bestehen und wo Handlungsbedarf entsteht.

 

Choroplethenmultichart: Gesamtindex der Gleichstellung:

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