Seniorenberatung der Stadt Salzburg - Bilanz 2025 und Ausblick
Jahresbericht 2025, aktuelle Schwerpunkte und künftige Entwicklungen
Älterwerden bringt viele Fragen mit sich. Manche betreffen den Alltag, andere die Pflege, das Wohnen, die Finanzierung oder die Unterstützung von Angehörigen. Die Seniorenberatung der Stadt Salzburg ist für diese Anliegen eine zentrale Drehscheibe. Sie informiert, berät, vermittelt und koordiniert – immer mit dem Ziel, älteren Menschen ein möglichst langes, sicheres und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Die Beratung richtet sich an Senior:innen ab dem 65. Lebensjahr sowie an deren Angehörige. Im Mittelpunkt steht nicht eine einzelne Leistung, sondern die konkrete Lebenssituation eines Menschen. Welche Unterstützung ist bereits vorhanden? Was wird zusätzlich gebraucht? Wie kann die Versorgung zu Hause gut organisiert werden? Wann ist ein Seniorenwohnhaus sinnvoll? Welche Entlastung brauchen Angehörige? Genau diese Fragen werden individuell geklärt.
Die Seniorenberatung verbindet fachliche Beratung mit einem breiten Netzwerk. Sie arbeitet mit Krankenhäusern, sozialen Diensten, Seniorenwohnhäusern, Ärzt:innen und weiteren Partnerorganisationen zusammen. Dadurch kann sie rasch Orientierung geben und passende Angebote vermitteln.
2025 zeigt: Der Bedarf bleibt hoch, die Anliegen werden komplexer
Die Bilanz 2025 macht deutlich, wie wichtig eine gut erreichbare Seniorenberatung für die Stadt Salzburg ist. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 1.843 Beratungs-, Kontakt- und Sozialarbeitsleistungen erfasst. Dazu zählen 880 Kontaktbesuche, 571 Beratungsbesuche inklusive Tipps für pflegende Angehörige und Demenzberatung sowie 392 Leistungen der Sozialen Arbeit und Assistenz.
Hinter diesen Zahlen stehen sehr unterschiedliche Lebenssituationen. Es geht um Menschen, die Unterstützung im Alltag brauchen, um Angehörige, die Pflege organisieren, um Fragen zu Demenz, um den Übergang in ein Seniorenwohnhaus oder um soziale Problemlagen, die rasches und koordiniertes Handeln erfordern.
Besonders sichtbar wird 2025 die Bedeutung der Sozialen Arbeit. Sie wurde als eigener Leistungsbereich erfasst und zeigt, dass Beratung im Alter häufig mehr umfasst als reine Information. Immer öfter geht es auch um Wohnungssicherung, Behördenwege, finanzielle Fragen, Einsamkeit, Krisensituationen oder Case Management.
Aufsuchende Beratung: Hilfe kommt dorthin, wo sie gebraucht wird
Ein wesentliches Angebot der Seniorenberatung ist der Kontaktbesuchsdienst. Die Beratung findet nicht nur im Büro statt, sondern direkt bei den Menschen zu Hause. Das ist besonders wichtig, wenn Mobilität eingeschränkt ist, Angehörige Unterstützung brauchen oder wenn die tatsächliche Lebenssituation nur vor Ort gut eingeschätzt werden kann.
Bei den Hausbesuchen wird gemeinsam mit den Senior:innen und gegebenenfalls mit Angehörigen erhoben, welche Unterstützung notwendig und sinnvoll ist. Dabei geht es um Fragen der Pflege, Betreuung, Sicherheit, Ernährung, Mobilität, sozialen Einbindung und Wohnsituation.
2025 wurden 880 Kontaktbesuche durchgeführt. Diese Form der Beratung ist ein wichtiger Baustein, damit ältere Menschen möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. Sie macht sichtbar, was im Alltag tatsächlich gebraucht wird, und hilft dabei, Unterstützung rechtzeitig zu organisieren.
Selbstbestimmt zu Hause leben
„Zu Hause in den eigenen vier Wänden ist es am schönsten“ – dieser Gedanke prägt die Arbeit der Seniorenberatung. Viele ältere Menschen möchten so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung leben. Damit das gelingt, braucht es frühzeitige Information und verlässliche Begleitung.
Die Seniorenberatung informiert über soziale Dienste, Essen auf Rädern, Rufhilfe- und Notrufsysteme, Fahr- und Begleitdienste, Tageszentren, mobile Betreuung und weitere Unterstützungsangebote. Sie hilft dabei, Leistungen passend zur persönlichen Situation zu kombinieren.
Ein Beispiel dafür ist das Angebot „Zuhause Essen“. 2025 wurden insgesamt 27.163 Portionen unterstützt. Davon entfielen 20.091 Portionen auf die tägliche Zustellung und 7.072 Portionen auf Tiefkühlmahlzeiten. Insgesamt erhielten 148 Personen einen Zuschuss. Die Zuschüsse beliefen sich insgesamt auf 117.125,30 Euro. Dieses Angebot trägt dazu bei, die Versorgung im Alltag zu sichern und ein Leben zu Hause länger möglich zu machen.
Wenn ein Seniorenwohnhaus notwendig wird
Nicht immer reicht Unterstützung zu Hause aus. Wenn der Pflege- und Betreuungsbedarf steigt, kann der Umzug in ein Seniorenwohnhaus notwendig werden. Auch in dieser Situation begleitet die Seniorenberatung. Sie informiert über Möglichkeiten, klärt den Bedarf und unterstützt bei den nächsten Schritten.
Bis 31. Dezember 2025 wurden 511 Anträge für ein Seniorenwohnhaus verzeichnet. Zum Jahresende standen 335 Senior:innen auf der Dringlichkeitsliste. Insgesamt gab es 313 Zuweisungen beziehungsweise Aufnahmen in Seniorenwohnhäuser. Davon entfielen 244 auf Einrichtungen mit Zuweisungsrecht und 69 auf private Seniorenwohnhäuser oder Einrichtungen anderer Gemeinden.
Die Zuweisung erfolgt bedarfsorientiert auf Grundlage eines standardisierten Erhebungsbogens. Damit wird der Unterstützungsbedarf objektiv, transparent und nachvollziehbar eingeschätzt. Für Betroffene und Angehörige ist diese Begleitung besonders wichtig, weil der Schritt in ein Seniorenwohnhaus meist mit vielen organisatorischen und emotionalen Fragen verbunden ist.
Demenzberatung: Orientierung für Betroffene und Angehörige
Demenz zählt zu den häufigsten Gesundheitsproblemen im höheren Alter. Die Erkrankung verändert den Alltag der Betroffenen und stellt auch Angehörige vor große Herausforderungen. Oft entstehen Unsicherheit, Überforderung und viele praktische Fragen: Was bedeuten erste Anzeichen? Welche Unterstützung gibt es? Wie kann Betreuung organisiert werden? Und wie gelingt ein respektvoller Umgang im Alltag?
Die aufsuchende Demenzberatung der Stadt Salzburg setzt genau hier an. Sie richtet sich an Menschen mit Verdacht auf Demenz, an Menschen mit bereits gestellter Diagnose und an Angehörige. Die Beratung informiert über das Krankheitsbild, gibt Orientierung im regionalen Versorgungssystem und vermittelt gezielt an passende Dienste und Einrichtungen weiter.
Damit stärkt die Demenzberatung die Versorgungssicherheit und entlastet Angehörige. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, dass Menschen mit Demenz möglichst lange am öffentlichen und sozialen Leben teilhaben können. Für 2026 bleibt der Ausbau der Demenzberatung ein zentraler Schwerpunkt.
Pflegende Angehörige brauchen frühzeitige Entlastung
Pflegende Angehörige leisten einen wichtigen Beitrag für das soziale Miteinander in der Stadt. Sie organisieren Betreuung, begleiten im Alltag, übernehmen Verantwortung und sind oft rund um die Uhr gefordert. Diese Aufgabe kann körperlich, emotional und organisatorisch stark belasten.
Die Seniorenberatung unterstützt Angehörige mit konkreter Information und persönlicher Beratung. Sie zeigt Entlastungsangebote auf, informiert über mobile Dienste, Tagesbetreuung, Kurzzeitpflege, 24-Stunden-Betreuung, Rufhilfe, Pflegegeld, rechtliche Vorsorge und Behördenwege.
2025 wurden 571 Beratungsbesuche inklusive Tipps für pflegende Angehörige und Demenzberatung erfasst. Frühzeitige Beratung ist dabei besonders wichtig. Sie hilft, Überforderung zu vermeiden, Unterstützung rechtzeitig zu organisieren und Pflege auf mehrere Schultern zu verteilen.
Soziale Arbeit im Alter wird wichtiger
Die Arbeit der Seniorenberatung zeigt: Viele Anliegen älterer Menschen sind komplex. Häufig greifen gesundheitliche, soziale, finanzielle und wohnbezogene Fragen ineinander. Genau hier setzt die aufsuchende Soziale Arbeit an.
Sie unterstützt etwa bei drohendem Wohnungsverlust, bei Übersiedlungen in Betreutes Wohnen oder in ein Seniorenwohnhaus, bei Wohnungssuche, Antragstellungen und Behördenwegen. Auch Pflegegeldanträge, Gebührenbefreiungen, sozialversicherungsrechtliche Fragen oder die Anregung einer Erwachsenenvertretung können Teil der Begleitung sein.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf sozialer Integration und psychischer Gesundheit. Einsamkeit, Isolation, Verwahrlosung, Krisen oder Überforderung im Alltag brauchen eine sensible und fachlich fundierte Unterstützung. Die 392 erfassten Leistungen der Sozialen Arbeit und Assistenz im Jahr 2025 zeigen, dass dieser Bereich ein wesentlicher Teil der Seniorenberatung geworden ist.
Information schafft Zugang
Neben der individuellen Beratung setzt die Seniorenberatung auch auf Information und Prävention. Veranstaltungen, Sprechstunden und Druckwerke machen Angebote sichtbar und erleichtern den Zugang zu Unterstützung.
2025 wurden unter anderem Themen wie Demenzberatung, Testament und Erbrecht, Betreubares Wohnen, Seniorenwohnhäuser, Vorsorgevollmacht, Erwachsenenvertretung, Patientenverfügung und „Zuhause Essen“ aufgegriffen. Auch Sprechstunden in den Stadtteilen sind ein wichtiger niederschwelliger Zugang.
Die Seniorenberatung war zudem bei Veranstaltungen und Medienformaten präsent, etwa beim Gesundheitstag im Europark, bei der Langen Nacht der Demokratie, bei der Umsorgenden Gemeinde, beim Demenzgottesdienst, bei einem Practice Day der FH sowie bei Interviews zu Senior:innen-Themen und Altersarmut.
Diese Öffentlichkeitsarbeit ist mehr als reine Information. Sie hilft, Hemmschwellen abzubauen und Menschen früher mit Unterstützungsangeboten in Kontakt zu bringen.
Der Blick nach vorne: Beratung im Stadtteil, Demenz und soziale Sicherheit
Für 2026 stehen mehrere Entwicklungen im Mittelpunkt. Die Seniorenberatung wird ihre Rolle als zentrale Drehscheibe weiter stärken und den Zugang zu Beratung möglichst niederschwellig gestalten. Das Projekt Stadtteilarbeit/Seniorenberatung läuft weiter und wird evaluiert. Damit rückt Beratung noch stärker dorthin, wo ältere Menschen leben.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Demenzberatung. Der Bedarf an Information, Begleitung und Entlastung wird weiter steigen. Der geplante Ausbau der Demenzberatung und die Weiterentwicklung einer Demenzbroschüre sind wichtige Schritte, um Betroffene und Angehörige besser zu unterstützen.
Auch die Unterstützung pflegender Angehöriger bleibt ein zentrales Zukunftsthema. Sie brauchen klare Information, rasche Orientierung und Angebote, die im Alltag wirklich entlasten. Gleichzeitig wird die Soziale Arbeit in komplexen Lebenslagen weiter an Bedeutung gewinnen.
Die Stadt Salzburg setzt mit der Seniorenberatung auf persönliche Beratung, gute Vernetzung und soziale Sicherheit. Ziel bleibt, dass ältere Menschen in Salzburg möglichst lange selbstbestimmt, gut begleitet und sicher leben können.
Stadträtin Andrea Brandner betont: „Ältere Menschen brauchen verlässliche Ansprechpartner:innen, die rasch helfen, Orientierung geben und konkrete Unterstützung organisieren. Die Seniorenberatung der Stadt Salzburg leistet hier tagtäglich wertvolle Arbeit – persönlich, menschlich und professionell. Unser Ziel ist klar: Senior:innen sollen möglichst lange selbstbestimmt, sicher und gut begleitet in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Gleichzeitig wollen wir Angehörige stärken und dort unterstützen, wo Belastungen besonders groß werden.“
Leiter der Senioreneinrichtungen, Christoph Baumgärtner, fügt hinzu: "Eine moderne Seniorenberatung setzt nicht erst im Krisenfall an. Präventive Beratung stärkt Selbstständigkeit, schafft Orientierung und ermöglicht es älteren Menschen, möglichst lange selbstbestimmt zu leben."
Hendrik Stoltenberg