Alle Empfehlungen des Stadtrechnungshofs umgesetzt

15.06.2026
Kontrollausschuss: Vollzugsbericht mit 22 Empfehlungen zu Landestheater-Sanierung und Festspiel-Freikarten diskutiert

Der Montag im Kontrollausschuss mehrheitlich (gegen KPÖ und FPÖ)zur Kenntnis genommene Vollzugsbericht des Stadtrechnungshofes ist bemerkenswert: Alle 22 Empfehlungen aus zwei Prüfberichten wurden bzw. werden laut Meldungen der geprüften Stellen umgesetzt. Behandelt wurden die erfolgte Großsanierung des Salzburger Landestheaters sowie die Neuregelung der Freikarten für Salzburger Festspiele und Osterfestspiele.

Zum Hintergrund: Geprüfte Stellen müssen dem Stadtrechnungshof gemäß Salzburger Stadtrecht binnen Jahresfrist berichten, wie sie mit Empfehlungen aus Prüfberichten umgegangen sind. Den Vollzugsbericht I/2026 behandelte der Kontrollausschuss am Montag, 15. Juni 2026. Themen waren: die Großsanierung des Salzburger Landestheaters im Jahr 2022 sowie die Verwendung und Rückgabe von Freikarten für Aufführungen der Salzburger Festspiele und Osterfestspiele aus dem Jahr 2025.

Großsanierung Landestheater

Bei der Großsanierung des Landestheaters hatte der Stadtrechnungshof unter anderem Fragen der Projektorganisation, der Beschlussfassung und der Kostenwahrheit aufgegriffen. Konkret ging es darum, dass wesentliche Grundsatzentscheidungen – etwa bei großen Bauprojekten – klar in den zuständigen Gremien beschlossen und dokumentiert werden sollen. Ebenso empfahl der Stadtrechnungshof, bei künftigen Baumaßnahmen die städtische Baukompetenz stärker einzubinden, Funktionen wie Planung, Projektsteuerung und Kontrolle sauber zu trennen und Vergaben nachvollziehbar, schriftlich und unter Einhaltung der vergaberechtlichen Vorgaben abzuwickeln.

Auch die Kostendarstellung war Aufgabe: Projektkosten werden künftig vollständig, inklusive Nebenleistungen und ohne Gegenrechnung von Förderungen oder Erlösen, ausgewiesen. Zudem wurden Rückforderungen und offene Forderungspositionen geprüft beziehungsweise teils gerichtlich weiterverfolgt.

Klare Regelung für Festspiel-Freikarten

Beim zweiten Themenbereich, den Freikarten für Salzburger Festspiele und Osterfestspiele, stand die transparente und rechtssichere Handhabung der Kartenkontingente im Mittelpunkt. Der Stadtrechnungshof hatte festgestellt, dass es für Teile der Freikartenregelungen keine ausreichende schriftliche Grundlage gab und die Vergabe beziehungsweise Rückgabe der Karten klarer dokumentiert werden sollte. Besonders relevant war dabei die Frage, wer Karten erhält, aus welchem Grund sie vergeben werden und ob die jeweilige Zweckbindung eingehalten wird.

Auch hier wurden die Empfehlungen laut Vollzugsmeldung vollständig umgesetzt: Die Stadt hat mit dem Salzburger Festspielfonds sowie mit der Osterfestspiele Salzburg GmbH schriftliche Vereinbarungen über die Kartenkontingente abgeschlossen. Zusätzlich wurden verbindliche Richtlinien für die Vergabe beschlossen. Veranstaltung, Empfänger:innen, Funktion beziehungsweise Begründung, Ort und Datum werden künftig dokumentiert. Auch die Verwaltung der Karten wurde vereinfacht: Die Stadt erhält nur mehr jene Karten, die tatsächlich via Bürgermeisterbüro angefordert werden.

Alle Empfehlungen rasch umgesetzt

Bemerkenswert ist das Gesamtergebnis des Vollzugsberichts: Laut Meldungen der geprüften Stellen wurden bzw. werden sämtliche 22 Empfehlungen umgesetzt. Eine vollständige Umsetzung aller Empfehlungen ist nicht selbstverständlich. Sie zeigt aber, dass Kontrolle nicht beim Aufzeigen von Mängeln endet, sondern konkrete Verbesserungen in Abläufen, Zuständigkeiten, Dokumentation und Transparenz bewirken kann.

Der Bericht des Stadtrechnungshofes über die im ersten Halbjahr 2026 eingetroffenen Vollzugsmeldungen wurde im Kontrollausschuss gegen die Stimmen von KPÖ und FPÖ mehrheitlich zur Kenntnis genommen.

Karl Schupfer