Pflegeträgertreffen: Gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen in der Pflege finden

Stadt setzt auf Austausch, Vernetzung und eine bedarfsgerechte Versorgung älterer Menschen
28.10.2026
Im Gespräch über Pflege und Betreuung
(hinten v.l.n.r.: Sozialstadträtin Andrea Brandner, Patrick Pfeifenberger (Abteilungsvorstand Soziales) und Christoph Baumgärtner (Amtsleiter Senioreneinrichtungen) beim Pflegerträgertreffen)

Wie kann die Pflege und Betreuung älterer Menschen angesichts zunehmend komplexer Anforderungen bestmöglich gestaltet werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des jüngsten Pflegeträgertreffens der Stadt Salzburg. Vertreter:innen der Pflegeeinrichtungen und beteiligten Organisationen tauschten sich über aktuelle Herausforderungen, bestehende Unterstützungsangebote und mögliche Verbesserungen in der Versorgung aus.

Ein zentrales Thema war der steigende Bedarf an differenzierter Betreuung. Demenz, psychische Beeinträchtigungen und herausfordernde Verhaltensweisen stellen Pflegeeinrichtungen vor komplexe Aufgaben. Dabei zeigt sich, dass Pflegestufen und medizinische Diagnosen allein nicht immer ausreichen, um den tatsächlichen Betreuungsbedarf eines Menschen umfassend einzuschätzen.

Auch die Übergänge zwischen Krankenhaus, häuslicher Betreuung und Senior:innenwohnhäusern wurden intensiv diskutiert. Die passende Versorgung zum richtigen Zeitpunkt zu organisieren, stellt alle Beteiligten vor Herausforderungen. Eine stärker koordinierte Betreuungssteuerung wurde daher als möglicher Ansatz thematisiert, um die vorhandenen Angebote besser aufeinander abzustimmen.

Pflegeplätze bedarfsgerecht nutzen

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verfügbarkeit und Belegung von Pflegeplätzen. Wartelisten, die tatsächliche Belegbarkeit vorhandener Betten sowie Fragen rund um Doppelzimmer verdeutlichen, dass die Versorgung nicht allein von der Anzahl verfügbarer Plätze abhängt. Entscheidend ist auch, ob die jeweiligen Angebote zum individuellen Betreuungsbedarf passen.

Darüber hinaus wurde die Situation pflegender Angehöriger angesprochen. Die Überforderung im häuslichen Umfeld und die oftmals späte Inanspruchnahme von Unterstützung zeigen, wie wichtig frühzeitige Information, Beratung und Entlastungsangebote sind.

Vernetzung als wichtiger Erfolgsfaktor

Als besonders wertvoll wurden die bestehende Zusammenarbeit und die integrierte Versorgung hervorgehoben. Ein guter Austausch zwischen den beteiligten Einrichtungen und Organisationen kann dazu beitragen, Versorgungslücken zu vermeiden, Übergänge besser zu gestalten und sowohl Betroffene als auch Angehörige zu entlasten.

Sozialstadträtin Andrea Brandner betont die Bedeutung der gemeinsamen Verantwortung: „Gute Pflege gelingt dann, wenn wir die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt stellen und alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Die Herausforderungen werden komplexer und lassen sich nicht von einer einzelnen Einrichtung lösen. Umso wichtiger sind der regelmäßige Austausch, eine gute Vernetzung und Lösungen, die sich am tatsächlichen Betreuungsbedarf orientieren. Unser Ziel ist es, Menschen und ihre Angehörigen bestmöglich zu unterstützen und ihnen auch in schwierigen Lebenssituationen Sicherheit zu geben.“ Das Pflegeträgertreffen bietet eine wichtige Plattform, um Erfahrungen aus der täglichen Praxis zusammenzuführen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und gemeinsam an einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Pflege- und Betreuungsangebote in der Stadt Salzburg zu arbeiten.

Info-Z