Sanierung der Wehrmauer beim Bürgermeisterloch startet
Arbeiten am Mönchsberg laufen bis Herbst 2027 – Stadt investiert bis zu 1,266 Millionen Euro
Lokalaugenschein bei der Sanierung der Wehrmauer am Mönchsberg. Nach den vorbereitenden Arbeiten beginnt nun die Instandsetzung der fünf Mauerabschnitte beim Bürgermeisterloch. Bis Herbst 2027 wird das historische Mauerwerk schrittweise saniert und gesichert. V.l.n.r.: Josef Kirchberger (Hochbauamt), Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl und Angelika Wirthenstätter (Hochbauamt).
Am Mönchsberg arbeitet die Stadt Salzburg seit Sommerbeginn an der Sanierung der Wehrmauer im Bereich des Bürgermeisterlochs. Nach dem Aufbau der Gerüste und umfangreichen Reinigungsarbeiten beginnt nun die eigentliche Sanierung der fünf Mauerabschnitte. Die Arbeiten dauern bis in den Herbst 2027.
„Derzeit wird die Mauerkrone instandgesetzt. Außerdem wird das Mauerwerk neu verfugt. Wir schauen uns jeden Bereich vor Ort genau an und entscheiden je nach Zustand, welche Maßnahmen notwendig sind. So arbeiten wir uns Schritt für Schritt und teilweise Stein für Stein durch die einzelnen Mauerabschnitte“, erklärt Josef Kirchberger, technischer Sachbearbeiter des Hochbauamts, der das Projekt unmittelbar betreut.
„Die Wehrmauer prägt diesen Teil des Mönchsbergs seit langer Zeit. Mit der Sanierung bewahren wir ein historisches Bauwerk und erhöhen die Sicherheit entlang des Oskar-Kokoschka-Weges. Diese Investition zeigt, dass der sorgsame Umgang mit unserem baulichen Erbe und eine sichere öffentliche Infrastruktur zusammengehören“, sagt der für das Bauwesen zuständige Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl: „Dabei arbeiten wir mit traditionellen Materialien, die auf den historischen Bestand abgestimmt sind – etwa mit Sumpfkalk, Sand und Konglomerat.“
Teil der historischen Stadtbefestigung
Die Wehrmauer ist Teil der unter Fürsterzbischof Paris Lodron errichteten Stadtbefestigung. Während des Dreißigjährigen Krieges wurden auch der Mönchsberg, der Festungsberg und der Kapuzinerberg in das Verteidigungssystem der Stadt einbezogen.
Im Jahr 1635 ließ Paris Lodron den früheren Fahrweg vom äußeren Nonntal über die Mönchsbergscharte mit einer breiten Wehrmauer verschließen. Der direkte Zugang auf den Mönchsberg blieb dadurch bis 1863 unterbrochen. In diesem Jahr ließ der damalige Salzburger Bürgermeister Heinrich Ritter von Mertens einen Durchgang durch die Befestigungsanlage herstellen. Dieser ist heute als Bürgermeisterloch bekannt.
Fünf Mauerabschnitte werden gezielt saniert
Die Wehrmauer besteht im Bereich des Bürgermeisterlochs aus fünf Abschnitten, die unterschiedlich gut erhalten sind. Die geplanten Maßnahmen reichen von der Reinigung und Neuverfugung der Oberflächen über die Sicherung einzelner Mauerblöcke bis zum teilweisen Abtragen und fachgerechten Wiederaufbau stark geschädigter Bereiche.
Lockere Mauersteine werden gesichert, beschädigte Fugen ausgebessert. Wo es erforderlich ist, werden einzelne Mauerblöcke zusätzlich mit Edelstahlstäben im Mauerwerk gesichert. Bewuchs und Wurzelstöcke, die das Mauerwerk beschädigen, werden entfernt. Auch die Mauerkrone wird saniert und besser gegen eindringende Feuchtigkeit und Wurzeldruck geschützt.
„Die Arbeiten finden in steilem Gelände und unmittelbar neben einem stark frequentierten Weg statt. Neben der fachgerechten Sanierung müssen wir daher auch die Baustellenlogistik und die Sicherheit besonders sorgfältig planen. Alle Maßnahmen werden eng mit dem Bundesdenkmalamt und den zuständigen Behörden abgestimmt“, erklärt Angelika Wirthenstätter, Dienststellenleiterin Instandhaltung und Generalsanierung im Hochbauamt der Stadt Salzburg.
Sanierung richtet sich nach tatsächlichem Zustand
Welche Schäden tatsächlich im Mauerwerk vorhanden sind, zeigt sich teilweise erst nach der Reinigung und dem Öffnen schadhafter Fugen. Die weiteren Arbeitsschritte werden deshalb laufend an den vorgefundenen Zustand angepasst.
Auch das in die Wehrmauer integrierte Wappen und die Inschriftentafel werden gereinigt und restauriert. Eingriffe in das historische Mauerwerk werden archäologisch begleitet. Freigelegte Mauerbereiche werden dokumentiert und auf mögliche historische Funde untersucht.
Zeitweise Einschränkungen am Oskar-Kokoschka-Weg
Während der Bauzeit kann es im Bereich des Oskar-Kokoschka-Weges vorübergehend zu Verengungen, Behinderungen und geänderten Verkehrsführungen kommen. Einzelne Arbeitsbereiche werden aus Sicherheitsgründen abgesperrt.
Die Erreichbarkeit der umliegenden Bereiche soll nach Möglichkeit aufrechterhalten bleiben. Kurzfristige Einschränkungen können abhängig vom Baufortschritt jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Fertigstellung im Herbst 2027 geplant
Das Projekt wird von der MA 6/01 Hochbauamt, Dienststelle Instandhaltung und Generalsanierung, betreut. Der maximale Gesamtkostenrahmen beträgt 1,266 Millionen Euro brutto.
Für die Sanierung hat die Stadt Salzburg Förderungen beim Bundesdenkmalamt sowie nach dem Kommunalinvestitionsgesetz 2025 beantragt. Die Arbeiten sollen im Herbst 2027 abgeschlossen werden.
Tobias Neugebauer