Silver City Salzburg 2040: Prävention beginnt lange vor der Pflege

28.09.2026
Silver City
Silver City 2040
v.li.: Michael Mayrhofer (Sportexperte), Stadträtin Andrea Brandner, Eva Spießberger (Team Vielfalt) und Patrick Pfeifenberger (Abteilungsvorstand Soziales)

Neue Studienergebnisse zeigen Potenzial von Bewegung – Stadt Salzburg schafft mit „Silver City Salzburg 2040“ Voraussetzungen für gesundes und selbstbestimmtes Älterwerden

Salzburg wird älter. Damit wächst auch die Bedeutung einer Stadtpolitik, die nicht erst ansetzt, wenn Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder soziale Isolation bereits eingetreten sind. Mit „Silver City Salzburg 2040 – Gut leben. Länger.“ setzt das Team Vielfalt deshalb auf Prävention, Bewegung, soziale Teilhabe und ein möglichst selbstbestimmtes Leben im Alter.

Aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Bewegung. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien zeigt, dass nur ein Teil der über 65-Jährigen die Empfehlung von mindestens 150 Minuten körperlicher Aktivität pro Woche erreicht. Modellrechnungen weisen zugleich auf ein erhebliches Präventionspotenzial hin: Bei ausreichender körperlicher Aktivität könnten demnach theoretisch Anteile bestimmter Erkrankungen wie Schlaganfälle, Herzinfarkte und Diabetes vermieden werden. Dabei handelt es sich um Modellrechnungen und nicht um eine Prognose tatsächlich vermeidbarer Krankheitsfälle.

Für die Stadt Salzburg bestätigen diese Ergebnisse den mit „Silver City Salzburg 2040“ eingeschlagenen Weg. Die langfristige Strategie richtet den Blick auf gesundes Altern, Prävention und soziale Teilhabe. Im Mittelpunkt stehen Menschen ab 50 Jahren. Gleichzeitig versteht sich „Silver City“ nicht als klassisches Senior, sondern als Zukunftsprojekt für die gesamte Stadt.

Stadträtin Andrea Brandner: „Wir müssen früher ansetzen. Eine gute Alterspolitik beginnt nicht erst dann, wenn Menschen pflegebedürftig werden. Sie beginnt viel früher – mit Bewegung, Begegnung, Beteiligung und der Möglichkeit, möglichst lange selbstbestimmt mitten in unserer Stadt zu leben. Genau darum geht es bei Silver City Salzburg 2040.“

Prävention als Investition in Lebensqualität

Die Strategie setzt bewusst in unterschiedlichen Lebensbereichen an. Bewegung, Ernährung, geistige Aktivität, soziale Beziehungen und Gesundheitskompetenz spielen dabei ebenso eine Rolle wie attraktive öffentliche Räume und niederschwellige Möglichkeiten zur Begegnung. Denn Gesundheit entsteht nicht ausschließlich im Gesundheitssystem, sondern auch dort, wo Menschen ihren Alltag verbringen: in Parks und auf Plätzen, auf Spazierwegen, in Vereinen und Nachbarschaften sowie bei Kultur- und Bildungsangeboten.

„Wenn wir Menschen ermöglichen, sich regelmäßig zu bewegen, Kontakte zu pflegen und aktiv am Leben in der Stadt teilzunehmen, leisten wir einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit und Selbstständigkeit. Prävention bedeutet, möglichst viele Lebensjahre auch als gute und selbstbestimmte Jahre verbringen zu können“, so Brandner.

Salzburg muss heute für die Stadt von morgen planen

Der demografische Wandel macht vorausschauendes Handeln notwendig. Nach den Projektionen der Stadt Salzburg werden bis 2040 rund 25 bis 28 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Der Anteil der über 80-Jährigen soll von derzeit rund sieben auf etwa zehn bis zwölf Prozent steigen. Auch bei der Zahl der Pflegegeldbeziehenden ist mit einer deutlichen Zunahme zu rechnen.

„Silver City Salzburg 2040 ist deshalb kein Projekt ausschließlich für Senior. Wir müssen heute jene Strukturen schaffen, die Menschen dabei unterstützen, möglichst lange gesund, mobil, selbstständig und sozial eingebunden zu bleiben“, erklärt Brandner.

Bewegung einfach in den Alltag integrieren

Ein Schwerpunkt liegt auf niederschwelligen Bewegungsmöglichkeiten. Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern darum, Bewegung einfach erreichbar und selbstverständlich in den Alltag integrierbar zu machen.

„Für Bewegung braucht es nicht immer große Sportanlagen oder aufwendige Programme. Ein Spaziergang, ein attraktiver öffentlicher Raum, ein Bewegungsangebot in der Nachbarschaft oder die Möglichkeit, gemeinsam aktiv zu sein, können wichtige Anreize schaffen“, sagt Brandner.

Die Silver-City-Strategie setzt daher unter anderem auf die stärkere Nutzung öffentlicher Räume, neue Bewegungs- und Gesundheitsformate sowie eine bessere Vernetzung bestehender Angebote. Zu den geplanten Schritten bis 2027 zählen ein stadtweites Netzwerk, eine interdisziplinäre Steuerungsgruppe, Kooperationen mit Wissenschaft, Sport und Sozialbereich sowie ein Gesundheitstag für Menschen ab 50 Jahren.

Bestehende Angebote stärker verbinden

Salzburg verfügt bereits über zahlreiche Angebote und Initiativen – von „Bewegte Stadt“ und der „Demenzfreundlichen Stadt“ über die Bewohnerservicestellen und Sportvereine bis zu Kultur-, Bildungs- und Nachbarschaftsprojekten. „Silver City Salzburg 2040“ soll diese Angebote stärker miteinander verbinden und für Menschen ab 50 Jahren sichtbarer und leichter zugänglich machen.

„Wir wollen keine Stadt, in der ältere Menschen erst dann sichtbar werden, wenn sie Hilfe benötigen. Wir wollen eine Stadt, in der Menschen aktiv bleiben, sich begegnen und selbstverständlich am öffentlichen Leben teilnehmen können. Das ist der Kern von Silver City Salzburg 2040“, so Brandner abschließend.

Mit „Silver City Salzburg 2040“ bereitet sich die Stadt langfristig auf die Herausforderungen und Chancen des demografischen Wandels vor – mit einem klaren Schwerpunkt auf Prävention, Gesundheit, Selbstständigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Hendrik Stoltenberg