Stadt Salzburg investiert 330.000 Euro in Krisenvorsorge

v.l. Stefan Gaßner, Bereichsleiter für Infrastruktur, Technik und Katastrophenhilfe; Stadträtin Andrea Brandner; Christian Dengg, Geschäftsführer Samariterbund Salzburg
Gemeinsam mit dem Samariterbund entsteht in Maxglan eine „Sicherheitsinsel“
Eine Photovoltaikanlage, Batteriespeicher und Notstromversorgung sollen sicherstellen, dass wichtige Rettungs- und Versorgungsdienste auch bei einem großflächigen Stromausfall funktionieren. Die Bauarbeiten laufen bereits.
Was passiert, wenn in Salzburg über längere Zeit der Strom ausfällt? Wie bleiben Einsatzkräfte erreichbar, Krankentransporte möglich und wichtige Versorgungseinrichtungen handlungsfähig? Die Stadt Salzburg setzt gemeinsam mit dem Samariterbund auf konkrete Vorsorge. Mit 330.000 Euro unterstützt sie die Errichtung einer sogenannten „Sicherheitsinsel“ am Standort des Samariterbundes in Maxglan. Insgesamt werden für die Sicherheitsinsel 900.000 Euro investiert. Ziel ist es, wichtige Leistungen für die Bevölkerung auch im Krisenfall aufrechtzuerhalten.
„Krisenvorsorge beginnt lange vor dem Ernstfall. Wir investieren heute, damit die Menschen in Salzburg auch in außergewöhnlichen Situationen auf Hilfe und Versorgung zählen können. Mit der Sicherheitsinsel stärken wir gemeinsam mit dem Samariterbund eine wichtige Einrichtung unserer Stadt und sorgen dafür, dass Einsatzkräfte auch bei einem großflächigen Stromausfall handlungsfähig bleiben“, betont Stadträtin Andrea Brandner.
Energieversorgung auch bei einem Blackout
Herzstück des Projekts ist eine großflächige Photovoltaikanlage: Rund 5.000 m² Hallendachfläche werden mit PV-Modulen ausgestattet. Die Anlage erreicht eine Leistung von rund 500 Kilowatt (0,5 Megawatt). Gemeinsam mit einem Batteriespeicher und einer Notstromversorgung soll sie den Standort bei einem Blackout möglichst unabhängig vom öffentlichen Stromnetz machen.
Der Samariterbund Salzburg ist per Bundesbescheid als kritische Infrastruktur eingestuft. Mit 115 Fahrzeugen transportiert die Organisation aktuell rund 270.000 Personen pro Jahr in Salzburg. Gerade Kranken- und Behindertentransporte müssen auch in Ausnahmesituationen möglich bleiben. Die Sicherheitsinsel soll dafür sorgen, dass Leitstelle, EDV-Systeme, Funknetz und Tankanlage auch bei einem Stromausfall funktionieren. Eine satellitengestützte Internetverbindung soll zudem die unabhängige Kommunikation und Einsatzkoordination ermöglichen.
Das ist besonders wichtig, weil der Samariterbund zentrale Aufgaben in der Gesundheitsversorgung und im Katastrophenschutz übernimmt. Dazu zählen insbesondere Kranken- und Behindertentransporte, die auch in Krisensituationen sichergestellt werden müssen.
Christian Dengg, Geschäftsführer Samariterbund Salzburg: „Als mittels Bundesbescheid eingestufte kritische Infrastruktur tragen wir eine enorme Verantwortung im Bundesland. Mit unseren 115 Fahrzeugen transportieren wir jährlich rund 270.000 Personen – ein unverzichtbarer Dienst, der auch bei einem möglichen Black- oder Brownout niemals wegbrechen darf“, erklärt Christian Dengg, Geschäftsleiter des Samariterbundes Salzburg. „Indem wir nun 5.000 Quadratmeter unserer Dachflächen mit rund einem halben Megawatt Photovoltaik-Leistung belegen, schaffen wir in Kombination mit den Speichersystemen, Aggregaten und auch Satellitenkommunikation eine energieautarke Sicherheitsinsel. So garantieren wir, dass unser gesamter Einsatzbetrieb genau dann handlungsfähig bleibt, wenn die Salzburgerinnen und Salzburger unsere Hilfe am dringendsten benötigen.“
Ein wichtiger Stützpunkt im Katastrophenfall
Die Dienststelle in Maxglan soll künftig auch als sogenannter Katastrophenschutz-Leuchtturm dienen und die Stadt bei der Bewältigung größerer Krisen unterstützen. Dafür verfügt der Samariterbund unter anderem über zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen, rund 500 Schlafplätze, mehr als 1.000 Wolldecken, 10.000 Sandsäcke sowie Zelte und Stromaggregate. Auch die Betriebskantine kann zur Versorgung von Einsatzkräften beitragen.
330.000 Euro von der Stadt Salzburg
Die erste Bauetappe umfasst Investitionen von rund 729.000 Euro. Davon übernimmt die Stadt Salzburg 330.000 Euro. Weitere Mittel kommen aus Bundesförderungen und vom Samariterbund selbst. Aktuell werden die Photovoltaikanlage, bauliche Anpassungen und ein erster Batteriespeicher umgesetzt. Ein späterer Ausbau der Speicherkapazität ist vorgesehen und wird vom Samariterbund finanziert. Das Projekt verbindet Krisenvorsorge mit nachhaltiger Energieversorgung. Die Sicherheitsinsel macht eine wichtige Einsatzorganisation unabhängiger und stärkt damit die Versorgungssicherheit für die Menschen in Salzburg.
Druckfähige Bilder
Hendrik Stoltenberg