Stadt Salzburg setzt Initiative gegen Menstruationsarmut fort

v.l.: Frauenbeauftragte Alexandra Schmid und Stadträtin Andrea Brandner. (Archivbild)
Kostenlose Menstruationsprodukte an 20 Ausgabestellen – Virgilambulanz erweitert das Netzwerk
Die Stadt Salzburg führt ihre Initiative gegen Menstruationsarmut auch im Jahr 2026 fort. Seit dem Start im Jahr 2023 wurde das Angebot laufend ausgebaut. Auch heuer werden Jugend-, Frauen- und Sozialeinrichtungen dabei unterstützt, kostenlose Menstruationsprodukte bereitzustellen. Neu im Netzwerk ist die Virgilambulanz der Caritas, die künftig ebenfalls als Ausgabestelle zur Verfügung steht.
Ziel des Projekts ist es, Mädchen, Frauen und Menschen, die menstruieren, unabhängig von ihrer finanziellen Situation einen einfachen und niederschwelligen Zugang zu Menstruationsprodukten zu ermöglichen. Gleichzeitig erleichtern die Periodenservicestellen den Kontakt zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten. Damit leistet das Projekt auch einen Beitrag zu sozialer Teilhabe.
Menstruation ist ein selbstverständlicher Teil des Lebens. Die dafür notwendigen Produkte verursachen jedoch regelmäßige Kosten, die für Menschen mit geringem Einkommen spürbar zur Belastung werden können. Durchschnittlich menstruieren Frauen rund 500-mal im Laufe ihres Lebens. Je nach Produkt und individuellem Bedarf können dabei Kosten von bis zu 2.600 Euro entstehen. Diese Ausgaben sind nicht freiwillig und treffen armutsgefährdete Personen besonders stark.
Mit Stichtag 1. Jänner 2026 lebten in der Stadt Salzburg 82.283 Frauen. Ein Teil davon ist regelmäßig auf Menstruationsprodukte angewiesen. Gleichzeitig zeigen Einkommensdaten, dass Frauen häufiger von niedrigeren Einkommen betroffen sind – unter anderem durch einen höheren Teilzeitanteil, Betreuungspflichten und weiterhin bestehende Einkommensunterschiede. Das durchschnittliche Monatsnettoeinkommen von Frauen liegt laut Arbeiterkammer Österreich bei rund 1.900 Euro, 14-mal jährlich. Regelmäßige Ausgaben für Menstruationsprodukte können daher für viele Betroffene eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen.
Niederschwellige Hilfe stärkt soziale Teilhabe
Die Erfahrungen der vergangenen drei Jahre zeigen, dass das Angebot gut angenommen wird. Die beteiligten Einrichtungen berichten, dass kostenlose Menstruationsprodukte in schwierigen Alltagssituationen rasch helfen. Sie tragen dazu bei, dass Betroffene weiterhin am Schul-, Ausbildungs-, Berufs- und Sozialleben teilnehmen können – ohne Scham, ohne zusätzliche Hürden und ohne finanzielle Belastung.
Sozialstadträtin Andrea Brandner betont: „Menstruation ist kein Luxus, sondern Teil des Lebens. Menstruationsprodukte sind unverzichtbar und dürfen niemanden in finanzielle Not bringen. Mit der Fortsetzung unserer Sonderförderung setzen wir ein klares Zeichen gegen Menstruationsarmut und für Chancengleichheit. Wer Unterstützung braucht, soll diese rasch, unbürokratisch und ohne Scham erhalten. Gleichzeitig schaffen wir mit den Periodenservicestellen niederschwellige Anlaufstellen, die weit über die Ausgabe von Menstruationsprodukten hinaus Beratung und Unterstützung anbieten.“
20 Einrichtungen bieten kostenlose Produkte an
Für das Jahr 2026 haben insgesamt 20 Einrichtungen eine Sonderförderung beantragt. Die Förderbeträge reichen – abhängig vom Bedarf – von 500 bis 3.000 Euro. Zu den geförderten Einrichtungen zählen unter anderem der Frauentreffpunkt Salzburg, das FrauenGesundheitsZentrum, Frau & Arbeit, der Frauennotruf Salzburg, die Frauenhilfe Salzburg, Jugend- und Kinderhäuser, der Verein Spektrum, der Verein teilweise sowie die Bewohnerservicestellen des Diakoniewerks. Erstmals erhält auch die Virgilambulanz der Caritas eine Förderung und erweitert damit das bestehende Angebot.
Zusätzlich erfolgt der Ankauf von Menstruationsprodukten zentral über städtische Einrichtungen wie das Team Vielfalt, das Bewohnerservice Lehen und bivak mobil. Dort werden die Produkte direkt und kostenlos an Betroffene ausgegeben.
Die Initiative gegen Menstruationsarmut ist Teil der sozialen Unterstützungsangebote der Stadt Salzburg. Sie verbindet konkrete Hilfe im Alltag mit niederschwelliger Beratung und stärkt damit Menschen, die von Armut oder finanzieller Unsicherheit betroffen sind.
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Hendrik Stoltenberg