Stadtsenat: Neue Marktordnung fix – kein Geld für „Insel“

05.10.2026

Mit breiter Mehrheit sprach sich der Salzburger Stadtsenat am Montag, 5. Oktober 2026, für eine neue Marktordnung aus. Sie bringt mehr Spielraum für die Standler:innen, ein breiteres Warenangebot und längere Marktzeiten. Kein Geld gibt es für die „Insel – Haus der Jugend“. Das aktuell vorliegende Konzept sei nicht förderbar, hieß es. Das sehe auch das Land Salzburg so.

Die neue Marktordnung soll mit 1. November 2026 in Kraft treten. Das sieht die Entscheidung des Stadtsenates vor. Der Endbeschluss erfolgt im nächsten Gemeinderat

Die wichtigsten Änderungen:

  • Christkindlmarkt, Weihnachtsmarkt am Mirabellplatz und Adventmarkt auf der Festung dürfen künftig bis 1. Jänner geöffnet bleiben, der Sterngarten bis 6. Jänner.
  • Biobauernmarkt, Lehener Wochenmarkt und Sturmmarkt werden offiziell in die Marktordnung aufgenommen.
  • Am Grünmarkt werden Markt- und Gastgartenflächen klarer getrennt. Marktstände sollen dadurch nicht verloren gehen.
  • Das Warenangebot auf Grünmarkt und Schranne wird erweitert, etwa um Bier in geschlossenen Gebinden, Schokolade, Nüsse, Tee, Kaffee, Honig sowie Holz- und Strickwaren.
  • Auch am Christkindlmarkt wird das zulässige Sortiment erweitert.
  • Hunde dürfen künftig angeleint und mit Beißkorb auf die Märkte.
  • Nachhaltigkeitsvorgaben werden verstärkt, etwa durch wiederverwendbare Getränkebehälter.

Mitbeschlossen wurde auch ein Zusatzantrag der KPÖ, wonach vom Amt die Vergabe der Stände auf dem Christkindlmarkt „nach Wiener Vorbild“ geprüft werden soll. Fix ist zudem die deutliche Erhöhung der Marktentgelte für die Standbetreiber:innen (gegen FPÖ). Die Bürgerliste kritisierte u.a. den Alkoholausschank, fehlende ökologische Kriterien sowie Sicherheit und Standvergabe am Christkindlmarkt.

„Insel – Haus der Jugend“ nicht förderbar

Dem Förderansuchen der „Insel – Haus der Jugend“ für 2026 und 2027 verwehrte der Stadtsenat, mit Ausnahme der ÖVP, seine Zustimmung.

Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) stellte klar: „Das ist kein Misstrauen gegenüber der neuen Geschäftsführung. Aber: Beide Vertreter von Stadt und Land haben den alten Vorstand nicht entlastet. Wir sind schon als Schulerhalter verpflichtet, jedem Kind einen Platz in der Nachmittagsbetreuung anzubieten. Das aktuelle Konzept können wir daher nicht fördern. Und die Verträge sagen: es ist ein offenes Haus der Jugend. Das sieht das Land genauso.“ Sozialstadträtin Andrea Brandner (SPÖ) ergänzte: „Die Insel hat ihr einst innovatives Konzept verloren. Heute gibt es andere Notwendigkeiten.“

Vizebürgermeister Kay-Michael Dankl (KPÖ) verwies auf „erstaunliche Rücklagen“ des Vereins. Stadträtin Anna Schiester (BL) appellierte an die anwesende Geschäftsführerin: „Machen Sie einen Cut. Sie müssen einen echten Neustart setzten. Unsere Hand bleibt weiter ausgestreckt.“ Klubobmann Paul Dürnberger (FPÖ) sagte, mit dem was vorliegt „kann man die Förderung nicht machen.“

Vizebürgermeister Christoph Brandstätter (ÖVP) verlangte den Vertrag der Stadt mit der Insel bis zum Gemeinderat. Er werde ihn umgehend erhalten, so die Auskunft. Susanne Dittrich-Allerstorfer (ÖVP) betonte, die Insel habe „keine Zeit“ und stellte die Frage, wie man diese Institution „mit einem anderen Konzept“ erhalten könne.

Karl Schupfer