Eine Verkehrswelt (nicht nur) für die Kleinen: Stadt Salzburg modernisiert Verkehrserziehungspark Stölzlpark in Maxglan

Beim Lokalaugenschein im Verkehrserziehungsgarten Stölzlpark, von links: Lukas Winner, Amtsleiter Hochbau und Geschäftsführer der Stadt Salzburg Immobilien GmbH; Martin Rainer-Schöpf, Planer und technischer Sachbearbeiter im Hochbau; Berat Bilali, Projektleiter und technischer Sachbearbeiter im Hochbau; sowie Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl.
Mitten in der Stadt Salzburg, an der Bindergasse in Maxglan, liegt der Verkehrserziehungsgarten Stölzlpark. Hier kurven Kinder durch den Kreisverkehr. Hier gibt es Straßenschilder, Bodenmarkierungen, verschiedene Fahrbahnen, kleine Brücken, Ampeln und auch kleinere Unebenheiten. Ganz wie auf der echten Straße – und künftig sogar mit ein bisschen mehr: Ein Einsteiger-Pumptrack ergänzt das Angebot.
„Nicht jede Familie hat direkt vor der Haustür einen sicheren Übungsplatz, auf dem Kinder das Radfahren ausprobieren können. Genau dafür brauchen wir öffentliche Orte wie den Stölzlpark. Kinder können hier lernen, sicher unterwegs zu sein und auch Spaß beim Radfahren zu haben. Jedes Kind, das mit dem Fahrrad zur Schule fährt, ist ein Elterntaxi weniger und es ist auch gut für die Gesundheit und Konzentration der Kinder, gleich in der Früh ein bisschen Bewegung zu haben“, sagt Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl.
Fast 3.000 Kinder aus der Stadt und den umliegenden Gemeinden absolvieren hier jährlich ihre freiwillige Radfahrprüfung. Der Verkehrsgarten wurde bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren errichtet. Vor 26 Jahren fand die letzte Sanierung statt. Mittlerweile ist die gesamte Anlage in die Jahre gekommen und auch der Straßenverkehr hat sich verändert. Viele heute wichtige Verkehrsregelungen und Situationen des öffentlichen Straßenraums lassen sich im bestehenden Verkehrsgarten nicht mehr ausreichend abbilden und vermitteln.
„Ich habe selbst vor vielen Jahren hier meine Fahrradprüfung gemacht und mit meinen Eltern im Stölzlpark geübt. Umso schöner ist es für mich, dass wir die Anlage jetzt umfassend modernisieren und damit fit für die Anforderungen des heutigen Verkehrs machen. Wir liegen gut im Zeitplan und sollten Ende Oktober fertig sein“, sagt Projektleiter Berat Bilali vom Hochbau.
Der neue Stölzlpark ist viel mehr als ein Platz mit Straßen und Verkehrszeichen
Hier geht es nicht nur darum, Verkehrsregeln auswendig zu lernen. Die Kinder erleben und üben, wie das Miteinander auf der Straße funktioniert. Sie erfahren, wie man sich zu Fuß, mit dem Fahrrad und im Mischverkehr sicher und richtig verhält. Dabei trainieren sie auch ihre Wahrnehmung, Konzentration und Reaktionsfähigkeit. Sie entwickeln Selbstständigkeit und Risikokompetenz und können Fehler in einer geschützten Umgebung machen. Diese werden dann gemeinsam mit Lehrpersonal und Polizeibeamt:innen besprochen und korrigiert. Neben den organisierten Schulungen können auch Familien den Park individuell nutzen und mit ihren Kindern üben.
S-bike im geschützten Raum ausprobieren
Auch Kurse mit E-Bikes sind geplant. Besonders praktisch: Direkt beim Verkehrsgarten entsteht eine S-bike-Station. Markus Huber, Koordinator für Aktive Mobilität, sagt: „Viele Menschen möchten das neue S-bike der Stadt Salzburg einmal testen, haben aber vielleicht noch Hemmschwellen. Der Verkehrsgarten bietet dafür ideale Bedingungen. Hier kann man das Rad unkompliziert und in einem geschützten Umfeld ausprobieren. Dazu werden wir künftig eigene Termine anbieten, damit auch gemeinsam geübt werden kann.“
Der neue Stölzlpark im Detail
Fahrbahnen und Fahrstreifen, Radwege und Gehsteige, Begegnungszone und Mischverkehr: Der neue Stölzlpark bildet zahlreiche Situationen aus dem Alltag ab. Dazu gehören etwa ein Mehrzweckstreifen, ein Kreisverkehr, das Radfahren gegen die Einbahn und unterschiedliche Parkplatzsituationen.
„Ein Schwerpunkt im Verkehrsgarten ist auch das sichere Queren der Straße. Die Kinder können das sowohl an einem ungeregelten Schutzweg als auch an einem ampelgesteuerten Schutzweg üben. Wir bessern hier gerade bei vielen Kindergärten und Schulen nach, denn eine unangenehme Stelle am Schulweg ist eine zu viel. Da kann noch so viel geübt worden sein, wenn die Wege nicht sicher sind, dann werden sie auch nicht genutzt“, sagt Dankl.
Ergänzt wird die Verkehrswelt durch unterschiedliche Bodenbeläge, taktile Leitelemente, Fahrradaufstellflächen und einen Lkw-Dummy für die „Toter Winkel“-Schulung. Auch aktuelle Markierungen wie rote Fahrradaufstellflächen, Querungsmarkierungen und Sharrows werden aufgenommen.
Barrierearm und nachhaltig geplant
Bei der Neugestaltung wird besonderes Augenmerk auf eine möglichst barrierearme und inklusive Nutzung gelegt. Gut befahrbare und rutschhemmende Oberflächen, niveaugleiche Übergänge, taktile Orientierungselemente, kontrastreiche Markierungen und verständliche Beschilderungen sollen Orientierung und Sicherheit verbessern.
Auch der wertvolle Baumbestand des Stölzlparks bleibt weitgehend erhalten. Bei den Bauarbeiten wird besonders auf den Schutz der Wurzelräume und eine möglichst schonende Bauweise geachtet. Wo befestigte Flächen künftig nicht mehr benötigt werden, sollen Bereiche entsiegelt werden.
Die Planung wurde gemeinsam mit den zuständigen Stellen der Stadt Salzburg und der Polizei entwickelt. Neben Verkehrssicherheit und aktuellen Verkehrsregelungen wurden dabei auch Barrierefreiheit, Baumschutz, Entsiegelung, Bewegungsangebote und die künftige öffentliche Nutzung berücksichtigt.
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