Goethesiedlung: Stadt setzt nächsten Schritt für die Weiterentwicklung
Rahmenvereinbarung soll konkrete Planungen für leistbares Wohnen, Freiraum und nachhaltige Mobilität einleiten
Die Weiterentwicklung der Goethesiedlung in Itzling geht in die nächste Phase. Die Stadt Salzburg schafft damit die Grundlage, um die Planungen für eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte im Salzburger Norden weiter zu konkretisieren. Im Mittelpunkt stehen mehr leistbarer Wohnraum, eine hohe Wohn- und Lebensqualität, zusätzliche Grün- und Freiräume sowie zukunftsfähige Mobilitäts- und Klimaschutzlösungen.
„Die Weiterentwicklung der Goethesiedlung ist ein gemeinsames Projekt der Stadt, das wir Schritt für Schritt weiterentwickeln. Uns ist wichtig, dass Nachverdichtung mit Qualität passiert – mit leistbarem Wohnen, ausreichend Grün- und Freiräumen und sozialen Angeboten. Gleichzeitig nehmen wir die Rückmeldungen aus der Siedlung sehr ernst. Viele Anregungen der Bewohner:innen fließen in die nächsten Planungsschritte ein und werden im weiteren Prozess sorgfältig geprüft und weiterentwickelt“, so Planungsstadträtin Anna Schiester.
Nächster formaler Schritt im Verfahren
Auf Basis des Grundsatzbeschlusses vom 26. März 2025 wurde im Auftrag der Stadt ein vergaberechtliches Verfahren zur Vergabe von Baurechten im Rahmen einer Innovationspartnerschaft eingeleitet. Nun soll mit dem Abschluss einer Rahmenvereinbarung die erste Phase dieses Verfahrens abgeschlossen werden. Damit wird die inhaltliche Bearbeitung des Projekts mit einer Bietergemeinschaft vorbereitet, die aus dem bisherigen Bewerbungsprozess hervorgegangen ist.
Die Vergabephase wurde Im Mai 2025 gestartet. Bis Mitte Juli 2025 gingen zwei Teilnahmeanträge ein. Für die Auswahl wurde eine Bewertungskommission mit Vertreter:innen des Gemeinderates und der Verwaltung eingerichtet. Im Oktober 2025 fanden Bieterverhandlungen mit Hearings statt, anschließend wurde zur Abgabe eines Letztangebots eingeladen. Nach Kommissionssitzung und Bietergespräch im Februar 2026 wurde empfohlen, die Weiterbearbeitung mit einer Bietergemeinschaft aus GSWB, Bausparerheim und Heimat Österreich aufzunehmen.
Innovationspartnerschaft zur Projektentwicklung
Die nächsten Schritte des Projektes sollen im Rahmen einer so genannten Innovationspartnerschaft von und mit der Bietergemeinschaft entwickelt werden.
Darunter fallen unter anderem Konzepte zu Städtebau, Architektur und Freiraum. Dazu kommen ein Verkehrs- und Parkierungskonzept samt Finanzierung, ein Konzept für die Energieversorgung,. Am Ende dieser Phase soll eine abgestimmte Entwurfsplanung vorliegen, die als Grundlage für die weiteren raumordnungsrechtlichen Schritte dienen kann. Für die bauliche Umsetzung sind diese Konzepte noch zu erstellen und abzustimmen sowie dem Gemeinderat vorzulegen.
Fokus auf leistbares Wohnen
Ein zentrales Ziel der Weiterentwicklung ist die Schaffung von zusätzlichem leistbarem Wohnraum. Vorgesehen sind insgesamt rund 250 neue geförderte Mietwohnungen, darunter etwa 60 Wohnungen für betreutes Wohnen. Auch Kleinwohnungen für Studierende sind Teil der Überlegungen. Der Schwerpunkt liegt auf dem heute großteils versiegelten Großparkplatz im Norden der Siedlung. Dort sollen bis zu 250 Wohnungen entstehen.
Die Bebauung der im Eigentum der Stadt stehenden Flächen soll über ein Baurecht erfolgen. Gleichzeitig ist klar festgelegt, dass dort ausschließlich geförderte Mietwohnungen errichtet werden. Die Vergabe dieser Wohnungen erfolgt durch die Stadt Salzburg.
Freiraum, Klima und Mobilität gemeinsam denken
Die Weiterentwicklung der Goethesiedlung soll über den Wohnbau hinausgehen. Geplant sind zusätzliche Freiflächen für die Siedlung und den Stadtteil, mehr Aufenthaltsqualität sowie die weitere Renaturierung des Alterbachs mit ökologischen Vorteilen und Beiträgen zum Hochwasserschutz.
Auch klimafitte Maßnahmen sind Teil des Projekts. Dazu zählen energieeffiziente Neubauten, Photovoltaikanlagen und zusätzliche Begrünung. Im Bereich Mobilität sind alternative Stellplatzlösungen, bessere Rad- und Fußwegverbindungen sowie Verbesserungen beim öffentlichen Verkehr vorgesehen.
Erfahrungen und Bedürfnisse aus der Siedlung fließen ein
Die Weiterentwicklung baut auf einem umfassenden Dialogprozess mit den Bewohner:innen auf. Bereits 2023 wurden die Haushalte der Goethesiedlung zu ihren Erfahrungen, Wünschen und Bedürfnissen befragt. Die Ergebnisse zeigen eine hohe Zufriedenheit mit dem Wohnen in der Siedlung und einen ebenso hohen Bleibewunsch.
Gleichzeitig wurden konkrete Verbesserungsbedarfe genannt, etwa bei Barrierefreiheit, Abstellmöglichkeiten und der Ausstattung der Freiräume. Diese Rückmeldungen wurden auch im Bürger:innendialog 2025 aufgegriffen und werden in die weiteren Planungen miteinfließen.
Lapuch Laura BA