Mehr Selbstbestimmung und Gesundheit für Frauen mit Behinderungen
Frauen mit Behinderungen sollen ihre Gesundheit selbstbestimmt und informiert in die Hand nehmen können. Genau hier setzt das neue Projekt „Mein Körper, meine Gesundheit, meine Selbstbestimmung – Gesundheitsförderung und Gewaltprävention für Frauen mit Behinderungen“ des FrauenGesundheitsZentrums Salzburg an. Die Sozialabteilung unterstützt das Projekt mit einer Förderung von 4.880 Euro.
„Gesundheit und Selbstbestimmung sind grundlegende Rechte. Frauen mit Behinderungen stoßen im Gesundheitswesen aber noch immer auf zahlreiche Barrieren. Mit diesem Projekt stärken wir Wissen, Selbstvertrauen und die Fähigkeit, eigene Entscheidungen über den eigenen Körper und die eigene Gesundheit zu treffen“, betont die Vorsitzende des Behindertenbeirates, Stadträtin Andrea Brandner.
Im Mittelpunkt des Pilotprojekts stehen drei Workshopmodule mit insgesamt 36 Stunden. Behandelt werden unter anderem die Themen Gesundheitsförderung und Selbstbestimmung, Sexualität und sexualisierte Gewalt sowie der selbstbestimmte Umgang mit dem Gesundheitssystem. Die Teilnehmerinnen lernen auch, wie sie sich auf Arztbesuche vorbereiten, Unterstützungsangebote erkennen und ihre eigenen Anliegen im Gesundheitswesen besser vertreten können.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Gewaltprävention. Frauen mit Behinderungen sind besonders häufig mit körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt konfrontiert. Das Projekt vermittelt Wissen über verschiedene Formen von Gewalt, sensibilisiert für Warnsignale und informiert über Beratungs- und Unterstützungsangebote.
Durchgeführt wird das Projekt vom FrauenGesundheitsZentrum Salzburg gemeinsam mit dem Gewaltschutzzentrum Salzburg und der Interessensvertretung Knackpunkt – Selbstbestimmt Leben Salzburg. Ergänzend ist eine Informationsveranstaltung für Angehörige und Unterstützungspersonen vorgesehen. Das Projekt folgt dabei dem Grundsatz „Nichts über uns, ohne uns“.
„Wir wollen nicht über Frauen mit Behinderungen sprechen, sondern gemeinsam mit ihnen Angebote entwickeln, die ihren tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen. Das bedeutet für mich gelebte Inklusion“, betont Brandner.
Zunächst richtet sich das Pilotprojekt an eine bestehende Gruppe von Frauen mit Lernschwierigkeiten. Die Erfahrungen aus der Umsetzung sollen anschließend dazu beitragen, das Angebot auf Frauen mit unterschiedlichen Behinderungen auszuweiten. Perspektivisch sollen auch weitere Akteur:innen des Gesundheitswesens – etwa Ärzt:innen, Pflegepersonal, Krankenkassen und Sportverbände – eingebunden werden.
InfoZ