Stadt legt neues Wohnleitbild vor
80 Vorhaben hat die Stadt in den letzten zehn Monaten ausgearbeitet, die am 16. September im Gemeinderat beschlossen werden sollen
Das neue Wohnleitbild legt auf 46 Seiten die Schwerpunkte der städtischen Wohnungspolitik für die kommenden Jahre fest. Von links: Dagmar Steiner, Leiterin des Wohnservice, Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl und Patrick Pfeifenberger, Abteilungsvorstand Soziales.
Leistbares Wohnen ist ein Schlüsselthema der neuen Salzburger Stadtregierung. Gemäß ihrem Arbeitsprogramm legt das Wohnservice erstmals eine detaillierte Strategie vor, die auf 46 Seiten genau 80 Vorhaben für gutes und leistbares Wohnen definiert. Das letzte Leitbild ist über zwanzig Jahre alt. „Das neue Wohnleitbild ist ein Kompass für die städtische Wohnungspolitik der nächsten Jahre. Es beinhaltet 80 konkrete Vorhaben, darunter völlig neue Werkzeuge und Projekte. Eine große Rolle spielen die Betriebskosten, die durch kluges Planen und Bauen langfristig gesenkt werden können. Auch Themen wie Hitzeschutz, der Erhalt der Gemeinnützigkeit und mehr Mitsprache von Bewohner:innen spielen eine große Rolle“, sagt Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl: „Im Neubau braucht es vor allem gemeinnützige Wohnungen, die auch in 30 oder 50 Jahren noch leistbar sind. Am privaten Wohnungsmarkt gilt es jeder Form von Zweckentfremdung von Wohnraum entgegenzutreten, von Airbnb über Mikrohotels bis zu Leerstand und Ferienwohnungen. Hier wird es schärfere Regeln und Kontrollen geben. Wir brauchen jede Wohnung für die Salzburger Bevölkerung.“
Ein Schwerpunkt liegt neben dem Neubau auf der Verbesserung des Bestands, der die Masse der Wohnungen im Stadtgebiet ausmacht. „Die Politik und Verwaltung müssen sich auch um Wohnanlagen kümmern, die schon vor Jahrzehnten gebaut wurden. Hier gibt es viel zu tun: Wie man Betriebs- und Energiekosten senkt, Verbesserungen bei den Wohnanlagen mit Liften, Balkonen und bei den Grünflächen, guter Kundenservice und mehr Beteiligung der Bewohner:innen an Entscheidungen, die ihre Wohnanlage betreffen“, sagt Dankl: „In den stadteigenen Wohnanlagen sollen wieder mehr Hausbesorger zum Einsatz kommen, die, anders als Fremdbetreuungsfirmen, vor Ort präsent sind und auch das Zusammenleben im Blick haben. Wir setzen die Sanierungsoffensive für städtische Wohnungen fort und arbeiten daran, die Wohnzufriedenheit zu verbessern.“
„Wohnen in der Stadt Salzburg soll allen Menschen unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Lebensphase ein sicheres, leistbares und würdevolles Zuhause ermöglichen. Unser Wohnleitbild stellt den Menschen in den Mittelpunkt und verbindet soziale mit nachhaltiger Stadtentwicklung“, sagt Patrick Pfeifenberger, Abteilungsvorstand Soziales.
46-seitige Strategie
Erarbeitet wurde die 46-seitige Strategie im Laufe der letzten zehn Monate. Die Stadt hat dazu Expert:innen aus vielen Bereichen eingebunden, zum Beispiel von Wohnbauträgern, Hausverwaltungs- und Hausbetreuungsfirmen, Sozialeinrichtungen und der öffentlichen Verwaltung. Die Grundlage sind wissenschaftliche Erhebungen. Im Frühjahr beteiligten sich auch über 1.200 Bürger:innen an einer öffentlichen Befragung. Vor der Sommerpause konnten sich die Gemeinderatsfraktionen mit Ideen und Anregungen einbringen. „Dank der Mitarbeit vieler Menschen und aller Gemeinderatsfraktionen konnten wir ein Leitbild schreiben, das nicht nur Ziele, sondern auch konkrete Vorhaben definiert. Wir werden jährlich berichten, wie es mit der Umsetzung vorangeht“, sagt Dankl. Am 16. September steht das Wohnleitbild im Salzburger Stadtparlament zur Debatte und Beschlussfassung auf der Tagesordnung.
„Eine Wohnung bedeutet mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Sie schafft Stabilität, Teilhabe und Gemeinschaft. Unser neues Wohnleitbild soll einen Rahmen für eine sozial ausgewogene und nachhaltige Wohnraumentwicklung geben und dafür sorgen, dass Wohnungspolitik in der Stadt Salzburg langfristig fair, wirksam und nachvollziehbar gestaltet wird“, sagt Dagmar Steiner, Leiterin des Wohnservice der Stadt Salzburg.
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