Sommerregelung „Weniger Stau. Mehr Stadt.“
Erste Zwischenbilanz: Ruhiger Start, spürbare Entlastung
v.l.: Stadträtin Anna Schiester, Bürgermeister Bernhard Auinger und Franz Schober von der MA5/03 (Stadtplanung und Verkehr)
Die Sommerregelung „Weniger Stau. Mehr Stadt.“ ist am 1. Juli gestartet und läuft bisher weitgehend ruhig und friktionsfrei. Das von manchen im Vorfeld angekündigte Verkehrschaos ist ausgeblieben.
Zwischenbilanz nach drei Wochen
Erste Beobachtungen zeigen, dass die Sommerregelung ihre Wirkung entfaltet und sich die Verkehrssituation an besonders belasteten Tagen spürbar verbessert hat. Für belastbare Aussagen im Hinblick auf Verkehrszählungen, ist es nach den ersten Wochen allerdings noch zu früh. Die laufend erhobenen Verkehrsdaten werden derzeit ausgewertet und mit weiteren Verkehrsindikatoren verknüpft. Ende des Sommers wird die Stadt eine umfassende Bilanz mit konkretem Zahlenmaterial vorlegen.
Weitere Belastungsproben stehen noch bevor: Im August kommen erfahrungsgemäß besonders viele Tages- und Ausflugsgäste nach Salzburg. Die Stadt beobachtet die Entwicklung daher genau, wertet die Erfahrungen laufend aus und verbessert Informationen und Angebote dort, wo es notwendig ist.
Bürgermeister Bernhard Auinger: „Als Bürgermeister ist mir wichtig zu betonen, dass die Sommerregelung funktioniert, Salzburg jederzeit erreichbar bleibt und wir gleichzeitig die Lebensqualität in unserer Stadt verbessern. Das vielfach angekündigte Verkehrschaos ist ausgeblieben. Im Gegenteil: Gerade in Maxglan und Riedenburg zeigt sich deutlich, dass die Sommerregelung Druck aus dem Verkehrssystem nimmt und spürbare Entlastung bringt. Auch aus der Wirtschaft bekommen wir dahingehen viele positive Rückmeldungen. Die begleitenden Maßnahmen – von den verstärkten Info-Teams über die klare Verkehrsführung bis hin zu den günstigen Park-&-Ride-Angeboten – tragen wesentlich dazu bei, dass die Regelung gut angenommen wird. Wir werden weiterhin aufmerksam bleiben, laufend verbessern und, wenn notwendig, nachjustieren. Am Ende des Sommers legen wir wie angekündigt eine datenbasierte Gesamtbilanz vor, die transparent zeigt, was die Regelung bewirkt hat und wo wir weiter ansetzen können.“
Umfassende Information zeigt Wirkung
Ein wesentlicher Baustein für den ruhigen Start dürfte die breite Vorbereitung und Information sein. Die Stadt informierte Gemeinden im Salzburger Umland bis in den bayerischen Raum, Autofahrerklubs, Betriebe innerhalb und rund um die Regelungszone sowie Tourismusbetriebe, Behindertenorganisationen und die Ärztekammer. Insgesamt wurden rund 3.000 Informationsmails im Rahmen von Newslettern und direkten Aussendungen verschickt. Die Anfragen beim Stadtservice und den weiteren Kontaktstellen zeigen, dass die Menschen vor allem Orientierung für ihre konkrete Situation suchen. Die Stadt beantwortet diese Anliegen serviceorientiert und entwickelt FAQs sowie Informationen auf Grundlage der praktischen Erfahrungen laufend weiter. Seit dem Start wurden zudem rund 350 konkrete Bürger:innen-Anfragen bearbeitet.
Mobilität wird erstmals datenbasiert erfasst
In der Regelungszone und darüber hinaus kommt heuer erstmals ein kamerabasiertes Verkehrserfassungssystem zum Einsatz. Es dient der anonymisierten Erfassung von Verkehrsmenge und Verkehrsfluss. Da das System erst 2026 installiert wurde, liegen keine direkt vergleichbaren Daten aus dem Vorjahr vor. Die aktuellen Werte werden laufend ausgewertet und mit weiteren Verkehrsindikatoren verknüpft. Ende des Sommers wird eine belastbare Gesamtbewertung vorliegen. Darin wird auch berücksichtigt, wie sich die Sommerregelung während des stärkeren Tages- und Ausflugsverkehrs im August bewährt.
Rückmeldungen von Polizei und Mobilitäts-Anbieter:innen
Die ersten Rückmeldungen von Polizei und Salzburg Linien bestätigen den eingeschlagenen Weg.
- Die Polizei berichtet von einer weitgehend ruhigen und friktionsfreien Umsetzung. Kontrollen erfolgen im regulären Streifendienst, gesonderte statistische Daten werden dazu nicht erhoben. Der Schwerpunkt liegt derzeit auf Information und Bewusstseinsbildung. Bei Verstößen werden entsprechende Strafen verhängt.
- Laut Salzburg Linien führt der reduzierte Individualverkehr im Innenstadtbereich zu einem flüssigeren Verkehr und einer besseren Planbarkeit.
Die Buslenker:innen heben zudem den Umstand, dass der Kreisverkehr beim Rot-Kreuz Parkplatz derzeit - auf Grund der Stadtoase - nicht befahrbar ist, positiv hervor. Die zahlreichen Baustellen bleiben allerdings ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Gesamtpünktlichkeit. Eine seriöse Bewertung muss daher sämtliche Faktoren berücksichtigen, darunter Baustellen, Ferienverkehr, Wetter und Vollzug.
Mehr Information direkt an den Einfahrtsachsen
Zusätzlich verstärkt die Stadt die Information direkt vor Ort. Fünf Wachdienst Mitarbeiter:innen sind an neuralgischen Punkten im Stadtgebiet postiert, um anreisende Gäste frühzeitig über die Sommerregelung zu informieren, den Weg zu den Park-&-Ride-Angeboten zu erklären und bei Fragen zur Orientierung zu helfen. Dafür nimmt die Stadt bewusst Geld in die Hand: Wer rechtzeitig weiß, wo er günstig parken und unkompliziert mit den Öffis weiterfahren kann, muss gar nicht erst mit dem Auto bis in die Innenstadt fahren. Gerade mit Blick auf den stärkeren Tages- und Ausflugsverkehr im August soll die Verkehrslenkung weiter verbessert und Park & Ride noch sichtbarer gemacht werden.
Internationale Berichterstattung erreicht Gäste vor Anreise
Auch internationale Reise-, Tourismus- und Autoportale berichten über die Sommerregelung. Damit werden potenzielle Gäste bereits vor ihrer Anreise über die Zufahrtsregeln, Ausnahmen und Park-&-Ride-Angebote informiert. Unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten Informationen zur Sommerregelung hat die Tourismus Salzburg GmbH (TSG) sämtliche digitalen und analogen Informations- und Werbemittel aktualisiert und diese über die bestehenden Netzwerke an die Tourismusbranche sowie an andere Tourismusverbände weitergegeben, um eine rasche, einheitliche und verlässliche Kommunikation sicherzustellen. Damit konnte gewährleistet werden, dass die touristischen Partner frühzeitig über die neuen Rahmenbedingungen informiert waren und ihre Gäste entsprechend informieren konnten.
Park & Ride wird deutlich stärker genutzt
Beim Designer Outlet Center wurden in den ersten elf Julitagen 572 P&R-Tickets ausgegeben. Das entspricht laut Betreiber einem Plus von 117 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gleichzeitig besteht noch deutliches Potenzial: Einige Gäste kennen den finanziellen Vorteil des Angebots noch nicht, nehmen es nach einer aktiven Information aber gerne an. Auch am Flughafen ist die Nachfrage gestiegen. In den ersten beiden Juliwochen wurden dort bereits nach zwei Wochen der gesamte Verkaufswert des Juli 2025 erreicht.
Beim P&R Messe zeigt sich ebenfalls, dass das Angebot von Kund:innen gut angenommen wird. Innerhalb der ersten 19 Tagen konnten bereits rund 1.500 Tickets verkauft werden. Der P&R SalzburgSüd kann mit knapp 1.000 verkauften Kombitickets ebenfalls eine positive Bilanz ziehen. Im Vergleichszeitraum wurden 50 Prozent mehr Kombitickets verkauft.
7,50 € für 24 Stunden an allen vier Standorten
Das P&R-Ticket kostet 7,50 Euro und gilt für 24 Stunden. Darin enthalten sind der Parkplatz und die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt für bis zu fünf gemeinsam reisenden Personen. Die Vereinheitlichung des Preises führte heuer sichtlich zur stärkeren Auslastung aller Standorte.
Stadträtin Anna Schiester: „Die deutlich bessere Auslastung zeigt, dass unser Park-&-Ride-Angebot bei den Menschen ankommt. Mit dem günstigen Kombiticket schaffen wir eine konkrete Alternative: Auto abstellen und unkompliziert mit den Öffis in die Stadt weiterfahren. Gleichzeitig halte ich verstärkte Kontrollen im August für wichtig – auch als klares Signal, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden müssen. Gute Angebote und gleichzeitig das Einhalten der Regeln gehören für mich zusammen.“
5.000 Umsteiger:innen-Tickets vor der Neutorsperre
Als weiteren Baustein von „Salzburg verbinden“ stellt die Stadt 5.000 Umsteiger:innen-Tickets zur Verfügung. Die Ausgabe beginnt in der zweiten Augusthälfte und damit rund einen Monat vor der Neutorsperre am 14. September. Das Angebot erleichtert den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr und gibt den Menschen die Möglichkeit, neue Verbindungen und Wege bereits vor Beginn der Sperre im Alltag auszuprobieren.
Neues flexibles Klimaticket
Ab 1. September ergänzt außerdem ein neues flexibles Klimaticket das Angebot. Es kostet für Erwachsene 33,25 Euro pro Monat, für Senior und unter 26-Jährige 24,91 Euro pro Monat und ist monatlich kündbar. Damit gibt es auch für alle, die nach dem Ausprobieren dauerhaft umsteigen möchten, ein günstiges und flexibles Angebot.
Information, Vollzug und weitere Verbesserungen
Website, FAQs und Serviceformulare werden intensiv genutzt und laufend ergänzt. Die Regelungszone wurde zudem an die gängigen Navigationsdienste übermittelt. In einzelnen Rückmeldungen wird ein stärkerer und sichtbarer Vollzug der Regelung eingefordert. Die Stadt nimmt diese Hinweise ernst und stimmt die weiteren Erfahrungen laufend mit der Polizei und den zuständigen Fachstellen ab. Eine gute Regelung braucht verständliche Information und ausreichend Zeit, um sich einzuspielen. Sie braucht aber ebenso klare Regeln, regelmäßige Kontrollen und einen konsequenten Vollzug.
Zahlen, Daten und Fakten auf einen Blick
- Start der Sommerregelung: 1. Juli 2026
- Ziel: rund 1.000 Pkw-Fahrten weniger in den Spitzenzeiten
- Ziel an einzelnen Tagen laut ersten Auswertungen bereits erreicht
- Datenbasierte Gesamtbilanz: Ende August
- Rund 350 bearbeitete Bürger:innen-Anfragen
- P&R an allen Standorten deutlich stärker genutzt
- P&R-Ticket: 7,50 Euro für 24 Stunden und bis zu fünf Personen an allen Standorten
- Flexibles Klimaticket ab 1. September
- 5.000 Umsteiger:innen-Tickets ab der zweiten Augusthälfte
- Neutorsperre ab 14. September 2026
Die nächsten Schritte
In den kommenden Wochen werden die Verkehrsdaten weiter gesammelt und ausgewertet. Besonderes Augenmerk gilt dem stärkeren Tages- und Ausflugsverkehr im August. Gleichzeitig verbessert die Stadt die Information an den Einfahrtsachsen und kommuniziert die Vorteile von Park & Ride noch klarer. Die Erfahrungen von Polizei, Salzburg Linien, Wirtschaft, Tourismus und Bevölkerung fließen in die weitere Umsetzung ein. Ende August folgt eine umfassende, datenbasierte Bewertung. Die Sommerregelung ist ein wichtiger Teil von „Salzburg verbinden“. Das Ziel bleibt klar: weniger Stau, bessere Alternativen und eine Stadt, die für Bewohner:innen, Betriebe und Gäste gut erreichbar und lebenswert bleibt.
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