Stadtoase am Rot-Kreuz-Parkplatz war großer Erfolg

„Salzburg Verbinden“: Tausende Besucher nutzten den Sommerplatz auf Zeit. Aus einem Parkplatz wurde für einige Wochen ein neuer Treffpunkt mitten in der Altstadt
20.07.2026
Mit Programmpunkten an drei Wochenenden zieht die Stadtoase am Rot-Kreuz-Parkplatz ein besonders positives Resümee.
Rot Kreuz Parkplatz als Stadtoase

Dort, wo sonst Autos stehen, wurde für einige Wochen getanzt, gespielt, Rad gefahren, diskutiert und einfach im Schatten gesessen. Die Stadtoase am Rot-Kreuz-Parkplatz ist mit einer sehr positiven Bilanz zu Ende gegangen. Tausende Menschen besuchten den temporären Sommerplatz und die zahlreichen Veranstaltungen während seiner Laufzeit.

Aus einer Fläche, die im Alltag vor allem als Parkplatz wahrgenommen wird, wurde ein Ort für viele unterschiedliche Menschen: Familien mit Kindern, Jugendliche, ältere Besucher, Salzburger und Gäste der Stadt. Begrünung, Sitzgelegenheiten sowie Essen und Getränke vor Ort machten den Platz zu einem offenen Treffpunkt. Und vor allem zeigte sich, dass er auch ganz ohne Programm funktioniert.

Für viele war dabei schon der Ort selbst eine Überraschung. Erst durch die andere Nutzung wurde sichtbar, wie viel Schatten der große Baumbestand am Rot-Kreuz-Parkplatz tatsächlich bietet. 

Planungsstadträtin Anna Schiester betont: „Genau das war die Idee: nicht nur darüber reden, was auf so einer Fläche möglich wäre, sondern es ausprobieren. Viele Menschen haben den Platz in diesen Wochen ganz neu erlebt. Solche Erfahrungen führen uns vor Augen, welches Potenzial in unseren öffentlichen Räumen steckt.“

Vielseitiges Programm für Alle 

Auch das Programm zeigte, wie vielfältig der Platz genutzt werden kann. Das „Freispielen Festival“ brachte Jugendkultur und mehr als 1.000 junge Menschen auf die Stadtoase, bei den Veloconcerts wurde der Platz zur Bühne – unter anderem mit der jungen Künstlerin Laura Zotti. Dazu kamen Zirkus- und Familienangebote von MOTA, Aktionstage des Hauses der Natur, eine kostenlose Radwerkstatt, ein temporärer Radspielplatz sowie das Radfest mit Diskussion und anschließender Bike Night. Rund 500 Teilnehmer starteten dabei vom Rot-Kreuz-Parkplatz zu einer gemeinsamen Fahrt durch die Stadt.

Offene Tanzfläche mitten in der Stadt

Auch die Salsa- und Bachata-Abende fanden großen Zuspruch: An drei Abenden kamen mehrere hundert Menschen zum sommerlichen Tanzen in die Stadtoase. „Das zeigt, dass es einen echten Bedarf an frei zugänglichen Flächen für Bewegung, Begegnung und gemeinschaftliche Aktivitäten gibt. Oft braucht es dafür gar nicht viel“, sagt Schiester.

Ein ähnliches Bild zeigte sich beim Fahrradparcours für Kinder. Viele Familien nutzten die Möglichkeit, abseits des Straßenverkehrs Radfahren zu üben, Sicherheit zu gewinnen und sich frei zu bewegen.

„Kinder brauchen Orte, an denen sie geschützt Radfahren lernen und sich austoben können, ohne dass direkt daneben Autos fahren. Der große Zuspruch hat sehr deutlich gezeigt, dass solche Flächen fehlen. Diese Erfahrung sollten wir mitnehmen und künftig stärker mitdenken“, so Schiester.

Fest zur Festspieleröffnung brachte große Namen auf die Stadtoase

Einen starken Abschluss erlebte die Stadtoase am letzten Wochenende: Beim Fest zur Festspieleröffnung wurde der Rot-Kreuz-Parkplatz selbst zur Festspielbühne - und das bei freiem Eintritt. Mit dem Manu Delago Trio, Asja Valčić & Sebastian Schneider, Andreas Hofmeir & Vlad Cojocaru sowie Vienna Sündikate standen an einem Tag mehrere renommierte Künstler:innen und Ensembles auf der Bühne. Tausende Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, hochkarätige Konzerte mitten in der Stadt kostenlos zu erleben.
Am gestrigen Sonntag klang die Stadtoase mit „Jazz Unplugged“ und einem letzten Salsa-Community-Event aus. Damit wurde der Platz zum Abschluss noch einmal zu einem lebendigen Kulturort und Teil des Festspielgeschehens in Salzburg.

Für Schiester liegt der Erfolg aber nicht nur in den einzelnen Veranstaltungen: „Die Stadtoase hat funktioniert, weil der Platz auch ohne großes Programm von den Menschen erobert wurde. Menschen haben sich hingesetzt, Kinder haben gespielt, andere haben sich verabredet oder einfach eine kurze Pause gemacht.“

Auch die Gestaltung selbst überzeugte

Viel positives Feedback gab es auch zur Gestaltung des Platzes. Mit den modularen Sitzmöbeln der Firma City Decks, Spiel- und Bewegungsangeboten sowie der gestalterischen Arbeit der beteiligten städtischen Ämter wurde aus dem Parkplatz mit vergleichsweise einfachen Mitteln ein völlig anderer Ort. Stadtplanung, Stadtgärten, Bauabteilung, Bauhof, Abfallservice und weitere Bereiche der Stadt arbeiteten dafür gemeinsam an der Umsetzung.

„Wir haben sehr viel wohlwollendes Feedback dazu bekommen, wie der Platz gestaltet war. Viele waren überrascht, wie wenig es manchmal braucht, um einen Ort völlig anders erlebbar zu machen“, unterstreicht Schiester. „Für mich ist klar: Solche Orte tun unserer Stadt gut. Die Stadtoase hat gezeigt, was möglich wird, wenn man einen vertrauten Ort für eine Zeit anders denkt. Diese Erfahrung nehmen wir mit – für den nächsten Sommer und für die weitere Entwicklung unserer öffentlichen Räume in Salzburg."

Nun werden die Erfahrungen und Rückmeldungen ausgewertet. Geprüft wird eine Fortsetzung im kommenden Sommer – am Rot-Kreuz-Parkplatz und möglicherweise auch an anderen Standorten in den Stadtteilen.

Info-Z