Kulturausschuss: Fünf Straßenumbenennungen bis 2028 diskutiert
Insgesamt fünf Tagesordnungspunkte behandelte der Kulturausschuss in seiner letzten Sitzung am Donnerstag, 23. Juli 2025, unter der Vorsitzführung von Monika Eibl (ÖVP). Vor der Sommerpause standen die geplanten Straßenumbenennungen im Fokus der Diskussionen.
In Summe fünf Straßen sollen in den kommenden drei Jahren neue Namen erhalten. Den Auftakt macht am 1. Dezember 2026 die Josef-Thorak-Straße, die künftig Helene-von-Taussig-Straße heißen soll. Für 2027 sind zwei weitere Änderungen vorgesehen: Mit 1. Mai wird aus der Hans-Pfitzner-Straße die Anna-Reindl-Straße, mit 1. Oktober aus der Erich-Schenk-Straße die Elsa-Bienenfeld-Straße. Den Abschluss bilden 2028 die Resatzstraße, die ab 1. März den Namen Irma-Rafaela-Toledo-Straße tragen soll, sowie die Erich-Landgrebe-Straße, die künftig Maria-Johanna-Sedelmaier-Straße heißen wird. Weitere Informationen gibt es in folgender Presseaussendung: https://www.stadt-salzburg.at/presseaussendungen-2026/stadt-salzburg-legt-fahrplan-fuer-fuenf-strassenumbenennungen-vor
Die KPÖ begrüßte, dass nun Bewegung in die Sache komme. Besonders positiv bewertete sie die geplante Umbenennung der Hans-Pfitzner-Straße in Anna-Reindl-Straße. Mit der Benennung nach der Salzburger Widerstandskämpferin werde ein wichtiges Zeichen für eine aktive Erinnerungskultur gesetzt.
Die FPÖ kündigte an, dem Amtsbericht nicht zuzustimmen. Die früheren Vertreter:innen im Gemeinderat hätten sich bei den Straßenbenennungen in den 1960er-Jahren bewusst für diese Namen entschieden. Dies gelte auch für bereits umbenannte Straßen, deren Namensgeber trotz ihrer Verstrickungen in den Nationalsozialismus ausgewählt worden seien.
Die Bürgerliste verwies darauf, dass bei Benennungen in den 1950er- und 1960er-Jahren insbesondere im Sport- und Kulturbereich die nationalsozialistische Vergangenheit von Personen vielfach nicht ausreichend berücksichtigt worden sei. Sie dankte dem Stadtarchiv für die umfassende historische Aufarbeitung und sprach sich für die schrittweise Umsetzung der fünf Umbenennungen in den kommenden drei Jahren aus. Die weitere Auseinandersetzung mit NS-belasteten Straßennamen müsse konsequent fortgesetzt werden.
Die ÖVP bezeichnete die bestehenden Straßennamen als Teil der Stadtgeschichte. Durch Umbenennungen bestehe die Gefahr, historische Zusammenhänge aus dem öffentlichen Raum auszulöschen. Stattdessen sprach sie sich für Zusatztafeln mit QR-Codes sowie für eine verstärkte Vermittlungs- und Bildungsarbeit mit Jugendlichen aus.
Die SPÖ hielt fest, dass im Stadtgebiet bereits rund 220 Zusatztafeln angebracht seien, darunter auch bei Straßen mit NS-belasteten Namensgeber:innen. Die Aufarbeitung laufe seit elf Jahren. Mit den Umbenennungen werde die Erinnerungskultur weiter geschärft und die historische Verantwortung sichtbar gemacht. Diesen Weg werde die SPÖ weiterhin unterstützen.
Der Amtsbericht wurde gegen ÖVP und FPÖ angenommen.
Weitere Tagesordnungspunkte:
- Der ASV Salzburg erhält für Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Heizungs- und Warmwasseranlage und Kegelanlage eine Investitionsförderung von 10.000 Euro. (einstimmig)
- Insgesamt 15.000 Euro ergehen an den ASK_PSV Salzburg zur Umrüstung von Flutlichtanlagen. (einstimmig)
- Um den Sportbetrieb aufrecht zu erhalten werden dem Tanzsportclub Danceteam Salzburg 3.500 Euro zur Verfügung gestellt. (einstimmig)
- Die Kulturstrategie der Stadt Salzburg geht in die nächste Phase: um die Arbeit der bildenden Künstler:innen zu unterstützen, wird mit 1. Oktober 2026 eine Gewerbeimmobilie in Schallmoos gemietet, um dort in Summe zehn Arbeitsateliers zu schaffen. (einstimmig; finaler Beschluss: Gemeinderat)
- Bei den Förderungen die unter der Beschlusskompetenz des Kulturausschusses liegen, wurden im Juli 2026 4.000 Euro gegen die FPÖ vergeben – für den Verlag Anton Pustet für eine Publikation.
Lapuch Laura BA