„Wir sind ein Stadtteil von Dir“: Ausstellung zeigt Geschichte und Zukunft der Bewohnerservicestellen

30.07.2026
Neue Ausstellung in der Wolf-Dietrich-Halle im Schloss Mirabell
v.l.: Andreas Zwettler, Koordinator Bewohnerservicestellen; Sozialstadträtin Andrea Brandner; Michael König, Geschäftsführer Diakonie

Neue Ausstellung in der Wolf-Dietrich-Halle informiert über fast vier Jahrzehnte Stadtteilarbeit und den Weg zu modernen Stadtteilzentren

Ab sofort informiert eine Ausstellung in der Wolf-Dietrich-Halle über die Geschichte, die Angebote und die Zukunft der Bewohnerservicestellen der Stadt Salzburg. Auf 16 Tafeln zeigt sie den Weg vom ersten Modellversuch am Forellenweg bis zur geplanten Weiterentwicklung zu modernen Stadtteilzentren.

Vom Modellversuch zum stadtweiten Netzwerk

Die Geschichte des Bewohnerservice begann 1989 in der Forellenwegsiedlung. Ziel des damaligen Modellversuchs war es, die Lebensbedingungen der Bewohner:innen zu verbessern und sozialen Problemen möglichst früh vorzubeugen. Bereits 1992 wurde daraus eine dauerhafte Einrichtung. Ab 2006 wurde das Angebot schrittweise zu einem stadtweiten Netz ausgebaut.

Heute gibt es acht Hauptstandorte und zwei Außenstellen. Damit stehen den Salzburger:innen zehn wohnortnahe Anlaufstellen zur Verfügung. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 99.718 Kontakte mit Bürger:innen verzeichnet. Darunter waren 20.140 persönliche Beratungen und niederschwellige Hilfestellungen. Getragen wird diese Arbeit von der Stadt gemeinsam mit dem Diakoniewerk Salzburg.

Sozialstadträtin Andrea Brandner: „Unsere Bewohnerservicestellen sind seit vielen Jahren ein unverzichtbarer Bestandteil des sozialen Zusammenhalts in unserer Stadt. Sie bieten unkomplizierte Unterstützung, schaffen Orte der Begegnung und stärken das Miteinander in den Stadtteilen. Gerade in einer wachsenden Stadt ist es wichtig, dass Menschen wohnortnahe Anlaufstellen haben, an denen sie gehört werden und Unterstützung finden. Die Weiterentwicklung zu modernen Stadtteilzentren ist daher ein konsequenter Schritt, um den Bedürfnissen der Salzburger:innen auch in Zukunft bestmöglich gerecht zu werden.“

Beratung, Begegnung und Beteiligung

Die Arbeit der Bewohnerservicestellen beruht auf drei zentralen Säulen: Beratung, Begegnung und Beteiligung. Die Mitarbeiter:innen unterstützen bei Fragen des Alltags, bei Formularen, Förderungen oder Behördenwegen. Gleichzeitig sind die Bewohnerservicestellen offene und konsumfreie Treffpunkte. Bei Kursen, Festen und gemeinsamen Projekten kommen Menschen zusammen, lernen ihre Nachbar:innen kennen und bringen eigene Ideen für ihren Stadtteil ein. Die Angebote sind kostenlos, niederschwellig und für alle Menschen offen.
Die Bewohnerservicestellen werden von der Stadt Salzburg gemeinsam mit dem Diakoniewerk Salzburg getragen. Diese langjährige Zusammenarbeit verbindet die kommunale Verantwortung der Stadt mit der sozialen und fachlichen Expertise der Diakonie.

„Beratung, Begegnung und Beteiligung – das klingt einfach, ist aber tägliche Arbeit an vielen kleinen Dingen: ein Formular, das plötzlich verständlich wird, ein Gespräch mit der Nachbar:in, eine Idee, aus der ein Stadtteilprojekt entsteht. Die fast 100.000 Kontakte im Jahr zeigen, wie sehr die Menschen dieses Angebot annehmen," sagt Andreas Zwettler, Koordinator der Bewohnerservicestellen.

„Die Ausstellung zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Bewohnerservicestellen zeigt eindrucksvoll, wie aus der Idee eines wohnortnahen Angebots ein stabiles Netz aus Bewohnerservicestellen gewachsen ist, das sich kontinuierlich an den Bedürfnissen der Menschen in den Stadtteilen orientiert und weiterentwickelt. Als Diakoniewerk freuen wir uns, seit den ersten Anfängen in der Forellenwegsiedlung Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein und auch weiterhin als Partner die Zukunft der Stadtteilarbeit in Salzburg mitzugestalten, ergänzt Michael König, Geschäftsführer der Diakonie.

Entwicklung der Sozialen Stadt wird sichtbar

Die Ausstellung zeigt, wie stark sich die Bewohnerservicestellen in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt haben – und welche Grundidee bis heute unverändert geblieben ist: Unterstützung soll dort ankommen, wo die Menschen leben. Die Bewohnerservicestellen sind nahe, offen und verlässlich. Sie stärken Nachbarschaften und schaffen Raum für ein gemeinsames und aktives Leben im Stadtteil.

Die Ausstellung „Vom Bewohnerservice zum Stadtteilzentrum – Herkunft, Gegenwart und Zukunft der Sozialen Stadt“ kann ab sofort in der Wolf-Dietrich-Halle besucht werden.

Hendrik Stoltenberg